Verbraucherschützer Verunsicherung von Reisenden nach Unister-Pleite wächst

Mitten in der Urlaubssaison wächst bei Unister-Kunden die Sorge. Sie hatten Reisen über Portale der insolventen Internetfirma gebucht. In mindestens einem Fall wurde das Geld nicht an das Hotel weitergeleitet.

Unister-Firmenschild
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Nach der Insolvenz des Internetunternehmens Unister häufen sich bei der Verbraucherzentrale Sachsen die Anfragen besorgter Urlauber. Es gebe zunehmend verunsicherte Kunden, die über ein Unister-Portal Reisen gebucht hätten, teilte die Verbraucherzentrale mit.

"Konkret geht es um Fälle, bei denen das Geld durch ein Unister-Unternehmen eingezogen wird", sagt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale. Viele Verbraucher seien wegen der Insolvenz verunsichert, ob das Geld auch ordnungsgemäß an Hotels und Reiseveranstalter weitergeleitet werde.

Die Sorgen der Urlauber sind nicht unberechtigt. Der Verbraucherzentrale liegt demnach ein Fall vor, in dem eine an die Unister-Tochter Urlaubstours geleistete Zahlung nicht an das Hotel weitergeleitet wurde. Eine Frau hatte einen zweiwöchigen Pauschalurlaub auf Kreta über den Reiseveranstalter gebucht. Bei ihrer Ankunft sollte sie allerdings 2900 Euro zahlen, weil das Hotel den bereits gezahlten Betrag offenbar nicht erhalten hatte.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther sagte, dass es sich dabei um einen Einzelfall handele. Grundsätzlich könnten aber Reisen, die über Urlaubstours gebucht werden, auch durchgeführt werden. Die vorgeschriebene Kundengeldabsicherung übernehme die Generali Versicherung.

Der Unister-Konzern, der über 40 Internetportale betreibt, hatte nach dem Tod von Firmenchef Thomas Wagner Insolvenz angemeldet. Der 38-Jährige war bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Mehrere Tochterfirmen rutschten danach ebenfalls in die Insolvenz. (Was die Unister-Insolvenz für Fluege.de-Kunden bedeutet, lesen Sie hier.)

Seit diesem Montag können Kaufinteressenten für Teile von Unister die Bücher der Firma prüfen. Als wertvollster Teil der Insolvenzmasse gilt der Pauschalreisebereich, zu dem unter anderem das Portal Ab-in-den-Urlaub.de gehört.

asa/dpa/AFP

insgesamt 13 Beiträge
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andrel1234 15.08.2016
1. Lieber preisbewusste Pauschalurlauber,
jede Preisschraube hat nach unten ein Ende. Unister hat es übertreiben. Es heißt ja auch: "Nach fest kommt ab!".
Wulff Isebrand 15.08.2016
2. Portalwahnsinn
Slogans wie " bis zu 70% " gespart ziehen wohl immer noch. Diese ganzen Schrottportale mit Preisvergleich und Bewertung sind zwar gut,aber denen absolut kritiklos vertrauen sollte man nicht. Ich tue es jedenfalls nicht und wenn ich einen 2 Wochen a.incl.Türkei Urlaub für 299€ buche, muß ich mich nicht wundern, wenn der Urlaub nicht so toll ist. 25€ die Nacht in Deutschland sind absolute Untergrenze bei Hotels. Dafür bekommt man nicht viel. Wieso soll das im Ausland bei 10-15€ die Nacht anders sein und dann noch Freiverpflegung. Für das Geld kann man als Hotelier die Bude lieber zu machen. Unister ist jetzt nur da wo sie schon lange hingehörten
electrolurch 15.08.2016
3.
... und nach ab kommt teuer...
electrolurch 15.08.2016
4.
...und nach ab kommt teuer...
nhl1 15.08.2016
5.
Uns ist es ebenso ergangen, in Ägypten mussten wir am 4ten Tag unseres Urlaubes um 23 Uhr feststellen, dass unser Hotel nicht bezahlt war und wir uns aussuchen konnten: Entweder sofort bezahlen oder sachen packen und das Hotel verlassen. Was in unserem Fall gehießen hätte ab in die Wüste,da das Hotel alleinlage in der Soma Bay hatte.
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