SPIEGEL ONLINE

United Airlines Passagier rausgeschmissen, Aktienkurs steigt

Der rabiate Rausschmiss eines Passagiers aus einem überbuchten Flugzeug ist an den Märkten gut angekommen - zumindest kurzfristig: Erst stieg der Aktienkurs von United Airlines deutlich, dann verlor er ebenso deutlich.

Für die meisten Zuschauer war es ein unmöglicher Umgang mit Kunden - Anleger dagegen scheinen die neue Geschäftspolitik von United Airlines zu goutieren. Seit die US-Airline am Sonntagabend auf einem überbuchten Flug von Chicago nach Louisville einen Passagier von Security-Männern rabiat aus dem Flieger schleifen ließ , ist der Aktienkurs des Unternehmens gestiegen.

Am Freitag stand der Kurs noch bei 70,88 Dollar, am Montag ist er auf bis zu knapp 72 Dollar gestiegen . Die Aktie entwickelte sich damit besser als der US-Börsenindex S&P 500. Die Aktie der konkurrierenden US-Fluglinie Delta Airlines ist indes seit Freitag leicht gesunken. "Investoren scheinen von dem sadistischen Bekenntnis zur Kostenkontrolle beeindruckt zu sein", spottet die "Financial Times" .

Allerdings war es mit dem Höhenflug der United-Aktie am Dienstag wieder vorbei. Zur Eröffnung der New Yorker Börse lag der Kurs bereits mit 2,4 Prozent im Minus und sank anschließend weiter. An der Frankfurter Börse war der Kurs der United-Aktie am Dienstag um rund vier Prozent gesunken.

SPIEGEL ONLINE

United Airlines hatte darum gebeten, dass vier Fluggäste ihre Sitze zugunsten einer Crew aufgeben mögen. Diese sollte ihren Dienst am nächsten Morgen am Zielort Louisville antreten. Vorher könne die Maschine nicht abheben, so lautete die Ansage.

Einer Augenzeugin zufolge kam danach ein United-Airlines-Manager in die Kabine und kündigte an, vier Personen per Zufall auszuwählen. Ein Paar verließ das Flugzeug. Dann wurde der Mann aus dem Video aufgefordert - doch der weigerte sich. Er sei Arzt, habe er gesagt, und müsse am nächsten Morgen zu seinen Patienten.

Ein Facebook-Video zeigt, dass am Ende drei Sicherheitskräfte eingriffen: Sie zerrten den Mann aus seinem Sitz und schleiften ihn rücklings über den Boden des Gangs zum Ausgang. Andere Passagiere waren entsetzt, einige riefen: "O mein Gott!" und "Seht, was sie mit ihm machen!"

United Airlines sagt in einer Stellungnahme: "Nachdem unser Team nach Freiwilligen gesucht hatte, weigerte sich ein Kunde, das Flugzeug freiwillig zu verlassen, und die Polizei wurde gebeten, zum Gate zu kommen. Wir entschuldigen uns für die Überbuchung. Weitere Nachfragen über den entfernten Kunden sollten direkt an die Behörden gestellt werden."

ssu
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.