United Technologies will Rockwell Collins kaufen Flugzeugzulieferer planen Mega-Fusion

In der globalen Luftfahrtindustrie bahnt sich ein historischer Deal an: Der US-Mischkonzern United Technologies will den Flugzeugausrüster Rockwell Collins übernehmen - für insgesamt 30 Milliarden Dollar.

Flugsimulator von Rockwell Collins
AP

Flugsimulator von Rockwell Collins


Die Firma United Technologies plant eine gigantische Übernahme. Der US-Mischkonzern will den Flugzeugzulieferer Rockwell Collins für insgesamt 30 Milliarden Dollar kaufen und mit seinen in diesem Bereich tätigen Sparten zusammenlegen. Das teilten beide Unternehmen am späten Montag mit.

United Technologies besitzt bereits mehrere Hersteller von Flugzeugteilen und will sich durch die Fusion besser gegen Druck der beiden großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing bei Verhandlungen wappnen - zudem rechnet der Konzern mit deutlich niedrigeren Kosten nach dem Zusammenschluss. Laut "Wall Street Journal" hat der geplante Zusammenschluss das Potenzial, die Kräfteverhältnisse im Markt für Flugzeugteile zu verändern.

Den Aktionären von Rockwell Collins werden insgesamt 140 Dollar je Aktie geboten - davon der Großteil von 93,33 Dollar in bar. Der Rest soll in United-Technologies-Anteilen bezahlt werden. An der Börse hatte eine Rockwell-Collins-Aktie zuletzt rund 130 Dollar gekostet. Insgesamt ist die Aktienofferte damit rund 23 Milliarden Dollar hoch.

Inklusive Schulden werde das Unternehmen, das in diesem Jahr auf einen Umsatz von etwas mehr als acht Milliarden Dollar kommt, mit 30 Milliarden Dollar bewertet. Die beiden Unternehmen rechnen damit, dass die Transaktion im dritten Quartal 2018 abgeschlossen sein wird.

ssu/dpa-AFX

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Luna-lucia 05.09.2017
1. es werden danach sicher
noch mehr einheitliche Cockpitausstattungen erreicht werden. Ein Vorteil für Piloten, und vor allem die allgemeine Sicherheit. Zudem werden danach auch Umschulungen zwischen den einzelnen Flugzeugmustern, vereinfacht. Siehe dazu die Airbus-Serien, mit ihren Cockpits. Boing hat sowas noch nicht erreicht.
pwkl 05.09.2017
2. Wieder so ein Mega-Deal...
...der letzendlich zu Lasten der Mitarbeiter und der Verbraucher und der Steuerzahler gehen wird. Rockwell-Collins ist wirklich eine der besseren Ausrüsterfirmen, sowohl was Qualität der Produkte als auch die Arbeitsbedingungen für die Angestellten angeht. Wenn die jetzt in UT eingegliedert werden, fällt ein weiteres Element des Wettbewerbs in der ersten Linie der Ausrüster für Airbus und Boeing weg, also gehen da die Preise tendenziell nach oben, somit die Preise der Flugzeuge und letzendlich auch die der Flugtickets für Verbraucher. Ökologisch mag das sinnvoll sein, aber davon handelt der Artikel ja nun mal nicht, sondern nur von der "wirtschaftlichen Logik" des Deals. Die sich mir im übrigen auch nicht erschliesst. Laut den Angaben des Artikels wird UT eine Firma im Wert von 30 Mrd für 23 Mrd kaufen und die Aktionäre mit 10 $ pro Akie über dem derzeitigen Marktpreis abspeisen. Warum das attraktiv sein soll, außer natürlich für UTC mit ihrer wohlgefüllten "Kriegs"kasse geht über meinen Horizont. Aber der Artikel stellt das so dar, als ob der deal praktisch schon gelaufen sei. Nur die Gewinne für UT steigen und viele Mitarbeiter werden ihren Job verlieren. Wenn man sieht, was UT die letzten Jahre so alles zusammengekauft hat, z.B. Goodrich, dann kann man den Konzentrationsprozess der Ausrüster nur mit Sorge betrachten. Da bleibt dann ein Duopol mit Thales über, andere Firmen wie z.B. Diehl wrden dann auch noch billig eingekauft und das war's. Wo doch für die Flugzeugfirmen die Konkurrenz aus China und Russland so langsam in die Gänge kommt. Alles schon mal gesehen im Rüstungsbereich, als TRW den Markt aufgemischt hat und diese Konzentration war nicht zum Besten des Produkts oder des Kunden...Kartellgesetze, da halt man sich in diesen Vorstandsetagen genauso den Bauch beim Lachen fest wie in der deutschen Autobranche.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.