Versicherungen 2015 Sturm "Niklas" verursachte ein Drittel der Unwetterschäden

Eigentlich ist das Jahr 2015 für Unwetter-Versicherer glimpflich verlaufen - wäre da nicht "Niklas" gewesen: Allein für Schäden, die dieses Sturmtief verursachte, musste die Branche 750 Millionen Euro zahlen - von insgesamt 2,1 Milliarden Euro.
Schäden nach Sturmtief "Niklas" in Frankfurt am Main (April 2015)

Schäden nach Sturmtief "Niklas" in Frankfurt am Main (April 2015)

Foto: Jürgen Mahnke/ dpa

Die deutsche Versicherungsbranche hat in diesem Jahr etwas mehr wegen Unwetterschäden ausgeben müssen als noch 2014: 2,1 Milliarden Euro zahlte sie für die Schadensregulierung, im Jahr zuvor waren es zwei Milliarden Euro gewesen. Allein 750 Millionen Euro gaben die Versicherer wegen der Folgen von Sturm "Niklas" im vergangenen März aus, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte.

Mit Spitzengeschwindigkeiten von 192 Stundenkilometern zählte "Niklas" zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997. "Das Jahr 2015 zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass ein einziger Sturm gut ein Drittel der Schäden verursachen kann", sagte Verbandspräsident Alexander Erdland.

Einzelne Unwetter werden künftig aller Voraussicht nach regelmäßig für Großteile der Schäden sorgen. Der GDV verwies angesichts der aktuellen Zahlen auf eine frühere Studie von Versicherern und Klimaforschern, wonach Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent zunehmen könnten. Stürme mit besonders hohem Schadenspotenzial, wie sie heute alle 50 Jahre vorkommen, könnten dann alle zehn Jahre auftreten.

"Angesichts dieser Herausforderungen ist das Klimaschutzabkommen von Paris ein deutlicher Fortschritt im Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung", sagte Erdland. Entscheidend für den Erfolg des Abkommens sei jedoch, dass die selbst gesteckten nationalen Klimaschutzziele die Treibhausgasemissionen auch wirklich entscheidend begrenzen. Nur dann bestehe die Chance, dass sich künftige Wetterextreme in einem erträglichen Maß bewegen werden, sagte Erdland.

fdi/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel