Autokonzerne befürchten Jobverluste General Motors warnt Trump vor Strafzöllen

Die US-Autoindustrie macht Front gegen die Strafzoll-Drohungen von US-Präsident Trump auf Fahrzeuge aus dem Ausland. Der größte Hersteller GM und Zulieferfirmen warnten, Handelsschranken könnten Jobs in Amerika kosten.
Produktion bei General Motors in Michigan

Produktion bei General Motors in Michigan

Foto: REBECCA COOK/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hatte den Handelsstreit mit der EU zuletzt verschärft und Strafzölle auf Autoimporte aus Europa angedroht. Nun warnt die US-Autoindustrie vor den Folgen für die heimische Wirtschaft. So stellte sich der größte US-Autokonzern General Motors (GM) gegen den Plan, Fahrzeuge aus dem Ausland mit höheren Zöllen zu belegen.

Sollte die Regierung die Handelsschranken für Autohersteller erhöhen, so berge dies Risiken, die auch in den USA der Wettbewerbsfähigkeit schaden und zu Jobverlusten führen könnten, teilte der Konzern mit.

Trump droht im Handelsstreit insbesondere der Europäischen Union mit höheren Zöllen auf Autoimporte und lässt derzeit untersuchen, ob diese eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Bis Freitag konnten Firmen und Verbände beim US-Handelsministerium ihre Einschätzung zu den Plänen abgeben.

Aus den Stellungnahmen, die öffentlich bekannt wurden, geht hervor, dass die US-Autoindustrie und ihre Geschäftspartner negative Folgen für sich selbst und US-Verbraucher befürchten. So schrieb der Lobbyverband Auto Alliance, zu dem neben GM auch Branchengrößen wie Ford, Toyota oder Volkswagen zählen: "Zölle auf Autos und Autoteile erhöhen die Preise für Kunden, sie vermindern die Auswahl und laden Handelspartner zu Vergeltungsmaßnahmen ein."

GM fürchtet Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder

Der Industrieverband NAM (National Association of Manufacturers) verwies auf bereits bestehende Instrumente, um unfaire Handelspraktiken zu stoppen. Eine weitere Möglichkeit sei es, "innovative, durchsetzbare und neue Handelsabkommen" zu verfolgen. Die Strafzoll-Strategie der Regierung dagegen könnte der US-Fertigung weltweit Nachteile bringen sowie das Wachstum und die Schaffung von Jobs in den USA untergraben.

Die von Trump angedrohten Zölle würden nicht nur importierte Autos, sondern auch Lastwagen und Autoteile betreffen. So schrieb GM in seiner Stellungnahme, durch die Zölle würde riskiert, die Wettbewerbsfähigkeit von GM gegenüber ausländischen Produzenten zu untergraben. Denn die Preise für importierte Zulieferteile würden steigen und es bestehe ein erhöhtes Risiko für Vergeltungsmaßnahmen in anderen Ländern.

Auch der US-Ableger des japanischen Autobauers Toyota meldete sich zu Wort und teilte mit, Strafzölle hätten auf alle Hersteller einen negativen Effekt. Sowohl importierte Fahrzeuge würden teurer als auch in den USA produzierte Autos, für die importierte Teile verwendet werden. Bei Toyota wäre etwa der Mittelklasse-Wagen Camry betroffen, der im US-Bundesstaat Kentucky produziert wird.

Handelsminister will Trump "bestmögliche Empfehlung" geben

Nicht nur Hersteller, sondern auch Oldtimer-Fans wenden sich gegen die Strafzollpläne der Regierung. Oldtimer und Sammlerfahrzeuge hätten nichts mit nationaler Sicherheit zu tun, schrieb der Sammler Guy Mace aus Missouri. Er warnte, Tausende Autofans, Auktionshäuser und Werkstätten wären von den Zöllen betroffen.

Die Einschätzungen der Firmen und Verbände sollen in das Verfahren der US-Regierung einfließen, in dem diese untersuchen will, ob Autoimporte eine ausreichend große Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen, so dass Zölle gerechtfertigt wären. Mit der höchst umstrittenen Begründung der nationalen Sicherheit hatte Trump zuletzt schon hohe Zölle auf Stahl und Aluminium verhängt.

Handelsminister Wilbur Ross teilte mit, sein Ministerium habe bis Freitag 2500 Stellungnahmen erhalten. Am 19. und 20. Juli sollen noch öffentliche Anhörungen folgen. Zweck sei es, alle Argumente zu hören, sagte Ross. "Somit können wir dem Präsidenten unsere bestmögliche Empfehlung geben."

mmq/dpa/AP
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