Deregulierung Trump will "sehr gute Dinge" für Banken tun

Im Wahlkampf gab Donald Trump den Bankenkritiker, nun ist er auf Kuschelkurs. Nach einem Treffen mit Spitzenmanagern versprach er der Branche eine Deregulierung, die "weit über die Empfehlungen" hinausgehen soll.

Finanzzentrum Wall Street in New York
AFP

Finanzzentrum Wall Street in New York


US-Präsident Donald Trump stellt massive Änderungen bei der Bankenregulierung in Aussicht. Die Regierung arbeite an einem "sehr großen Schnitt" bei den sogenannten Dodd-Frank-Gesetzen, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Spitzenmanagern von Konzernen.

Die Schritte würden "weit über die Empfehlungen" hinausgehen, versprach der Republikaner. "Wir werden Dinge tun, die sehr gut für die Bankenbranche sind, damit die Banken Kredite an Leute geben können, die sie benötigen." Trump strebt eine Abkehr von der strengen Bankenregulierung an. Er hat bereits per Erlass angeordnet, die Dodd-Frank-Gesetze überprüfen zu lassen.

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Trumps Milliardärsminister: Das Kabinett des Großkapitals

Das Gesetzeswerk von 2010 war die wichtigste politische Reaktion der USA auf die Finanzkrise. Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet. Kern der Reform war ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken, die sogenannte Volcker-Regel.

Trump hatte im Wahlkampf wiederholt kritisiert, Dodd-Frank gebe der Finanzaufsicht so viel Macht, dass die US-Banken nicht richtig funktionieren und Geld verleihen könnten. Zugleich hatte sich Trump aber auch als Kritiker der Großbanken präsentiert. So griff er die Investmentbank Goldman Sachs als Teil einer "globalen Machtstruktur" und Gegner der amerikanischen Arbeiterklasse an.

dab/Reuters

insgesamt 52 Beiträge
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danduin 04.04.2017
1. Kommen jetzt faule Kredite aus USA wieder
Kommen jetzt faule Kredite aus USA wieder. Kann nur hoffen dass die europäischen Banken dazugelernt haben und keine faulen Kredite aus USA kaufen.
Bueckstueck 04.04.2017
2. Korrupt
Das ist auch Korruption. Erst labert er vom Sumpf austrocknen und bildet dann sein Kabinett mit Bankstern und Heuschrecken. Nächster Schritt: Eben jene Bankster wieder von der Leine lassen, damit die nächste Finanzkrise ihren Lauf nehmen kann, aber nicht bevor die richtig Kasse gemacht haben. Und was hat Trump davon? Seine Geldgeber sind zufrieden. Denn er schuldet ja seit den Neunzigern, als er Bankrott ging, fleissig um - mit Hilfe von Banken. Da gibt es sicher nicht nur günstigere Konditionen fürs Umschulden sondern auch neue Möglichkeiten für seine sonstigen Geschäfte in Zukunft. Eine Hand wäscht die andere. Korruption eben.
solltemanwissen 04.04.2017
3.
Wen wundert das groß? Trump war von Anfang an der Kandidat der Finanzelite, der Rüstungsindustrie und der Öllobby. Er wird schon seine Gründe haben, warum er seine Steuerklärung bis heute nicht veröffentlicht hat. Soll sich aber bitte KEINER der AfD und Trump Fans hier mehr über die EU oder Bundesregierung beschweren. So schamlos wie die angeblichen Alternativen hat noch nie auf der Welt eine Regierung Lobbypolitik betrieben! Und genau das würde uns mit der AfD auch blühen: Nämlich nichts weniger als der Ausverkauf des Staates an die Eliten!
kakadu 04.04.2017
4. Schräg
Das ist wirklich schräg, daß dieser Mann so offensichtlich seine Wähler anlügt und dem Establishement ein Freifahrtsschein für ihre nächsten Exzesse aushändigt. Die Leute sind auch noch so doof und feiern ihn dafür. Wenn er demnächst einer 10 Jährigen unter den Rock greift, würden sie sogar eher den Rockhersteller deswegen verklagen.
zynik 04.04.2017
5.
Zitat von kakaduDas ist wirklich schräg, daß dieser Mann so offensichtlich seine Wähler anlügt und dem Establishement ein Freifahrtsschein für ihre nächsten Exzesse aushändigt. Die Leute sind auch noch so doof und feiern ihn dafür. Wenn er demnächst einer 10 Jährigen unter den Rock greift, würden sie sogar eher den Rockhersteller deswegen verklagen.
Nö, er hat in dem Fall nicht gelogen. Es war klar, dass er die Finanzmärkte wieder deregulieren und die Wall Street-Bubis von der Leine lassen würde. Seine Fans wollten es entweder so oder waren einfach zu blöd sich zu informieren: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-banken-trump-verspricht-weitgehende-deregulierung-a-1141879.html
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