Verstaatlichter US-Baufinanzierer Fannie Mae macht 84 Milliarden Dollar Gewinn

Was für ein Comeback: Fannie Mae hat im vergangenen Jahr 84 Milliarden Dollar verdient. In der Finanzkrise musste die US-Regierung den Hausfinanzierer und die Schwesterfirma Freddie Mac mit 187 Milliarden Dollar retten - in wenigen Wochen werden die Unternehmen die gesamte Schuld beglichen haben.

Fannie-Mae-Zentrale in Washington: Schulden bei Regierung bald beglichen
REUTERS

Fannie-Mae-Zentrale in Washington: Schulden bei Regierung bald beglichen


Washington - Der verstaatlichte US-Baufinanzierer Fannie Mae weist für das Jahr 2013 unter dem Strich einen Gewinn von 84 Milliarden Dollar aus. Für den März kündigte das Unternehmen eine Überweisung an die US-Regierung in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar an. Damit wäre die Schuld beglichen, die durch die Rettung von Fannie Mae Chart zeigen und der Schwestergesellschaft Freddie Mac Chart zeigen ab dem Jahr 2008 entstanden war.

Insgesamt hatte die Regierung in Washington die beiden Unternehmen mit einem 187 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket gestützt. Die Finanzfirmen stotterten den größten Teil der Summe über Dividenden ab, bislang bereits 185,2 Milliarden Dollar. Auch wenn mit der nächsten Tranche durch Fannie Mae im März die Summe zurückgezahlt sein wird, bleiben die Unternehmen unter staatlicher Kontrolle.

Mit derart hohen Gewinnen wie im vergangenen Jahr ist allerdings nicht mehr zu rechnen - er war fünfmal so hoch wie 2012, was damals allerdings einen Rekordgewinn bedeutete. Auch für das laufende Jahr stellte Fannie Mae einen weit geringeren Überschuss in Aussicht. Für den hohen Gewinn 2013 gibt es mehrere Gründe:

  • Erstens wirkten sich die damaligen Verluste steuerlich vorteilhaft aus.
  • Zweitens sind die Häuserpreise in den USA gestiegen und die Kreditnehmer zahlen ihre Raten zuverlässiger.
  • Drittens hatten Fannie Mae und Freddie Mac sich mit Großbanken auf Entschädigungen geeinigt, denen sie Betrug bei Hypothekengeschäften vor der Finanzkrise vorgeworfen hatten. So zahlte die Deutsche Bank im Dezember im Rahmen eines Vergleichs gut 1,9 Milliarden Dollar.

Die gigantischen Dividendenzahlungen von Fannie Mae und Freddie Mac hatten der US-Regierung in den Haushaltsstreitigkeiten im vergangenen Jahr finanzielle Luft verschafft. Zudem spielen die Konzerne bei der Stabilisierung des amerikanischen Häusermarktes eine wichtige Rolle. Ihre Aufgabe ist es, Hauskredite von privaten Banken aufzukaufen, damit diese wieder neue Kredite vergeben können.

fdi/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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Badischer Revoluzzer 21.02.2014
1. Um so schnell so viel Geld zu verdienen,
reicht es wohl nicht: Erstens wirkten sich die damaligen Verluste steuerlich vorteilhaft aus. Zweitens sind die Häuserpreise in den USA gestiegen und die Kreditnehmer zahlen ihre Raten zuverlässiger. Drittens hatten Fannie Mae und Freddie Mac sich mit Großbanken auf Entschädigungen geeinigt, denen sie Betrug bei Hypothekengeschäften vor der Finanzkrise vorgeworfen hatten. So zahlte die Deutsche Bank im Dezember im Rahmen eines Vergleichs gut 1,9 Milliarden Dollar.
brummer07 21.02.2014
2. So wird Enteignung gefeiert!
Da wird ein riesiger Kapitaltransfer von der Allgemeinheit hin zu maroden Banken via Null-Zins-Politik der Zentralbank organisiert und dann läßt an das Ergebnis feiern! Fehlt nur noch, das die Pleitiers dafür ein Denkmal für sich fordern und CDS als Heilsbringer wieder einführen. Was für eine Vera$%&/§ ...
steuergeldvernichten 21.02.2014
3. ...und die Commerzbank?
warum gibt es da keine Rendite auf unsere Steuermilliarden, mit denen wir die arroganten Banker zwangsgerettet haben. Die Führungscrew hat sich stattdessen 300 Millionen Euro Boni genehmigt - damit der Gewinn knapp über Null liegt...Kredite reicht diese Bank an Freie Unternehmer erst gar nicht weiter - mit der Begründung: angeblich zu unsichere Rückzahlung, haha, das aus dem Mund dieser Pleitebank: 60 Prozent der Deutschen sind inzwischen unstet beschäftigt – und bekommen von Banken wie der SPARDA oder der mit Steuergelder gerettenten COMMERZBANK nicht einmal einen Dispo, geschweige den Kredit – und wenn nur unter entwüdigenden Auflagen. Dabei wäre die Kreditvergabe risikolos: 0.25% Zinsen gibts "Too-Big-To-Fail"-Knete vom Deutschen Steuerzahler und der EZB. Und der Dispozins liegt dafür zwischen 9 und 11 %. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/viele-freiberufler-werden-von-banken-benachteiligt-a- 945385.html
charly136 22.02.2014
4. Sie haben ja so was von Recht.....
Zitat von steuergeldvernichtenwarum gibt es da keine Rendite auf unsere Steuermilliarden, mit denen wir die arroganten Banker zwangsgerettet haben. Die Führungscrew hat sich stattdessen 300 Millionen Euro Boni genehmigt - damit der Gewinn knapp über Null liegt...Kredite reicht diese Bank an Freie Unternehmer erst gar nicht weiter - mit der Begründung: angeblich zu unsichere Rückzahlung, haha, das aus dem Mund dieser Pleitebank: 60 Prozent der Deutschen sind inzwischen unstet beschäftigt – und bekommen von Banken wie der SPARDA oder der mit Steuergelder gerettenten COMMERZBANK nicht einmal einen Dispo, geschweige den Kredit – und wenn nur unter entwüdigenden Auflagen. Dabei wäre die Kreditvergabe risikolos: 0.25% Zinsen gibts "Too-Big-To-Fail"-Knete vom Deutschen Steuerzahler und der EZB. Und der Dispozins liegt dafür zwischen 9 und 11 %. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/viele-freiberufler-werden-von-banken-benachteiligt-a- 945385.html
aber wen interessiert das in Deutschland? Der zuständige Finanzvernichter "rückt" Kohle raus a' Mass für Bankenrettung - Griechenland etc und kein Ende. EZB-Politik 0,25% Zins kommt bei Privatkunden nicht an bzw liegt noch immer um 10% für Dispo! Sobald jedoch die nächste Bank oder Staat "wackelt", steht Schäuble mit seiner Hinterhältigkeit bereit...!
krassopoteri 22.02.2014
5.
Zitat von sysopREUTERSWas für ein Comeback: Fannie Mae hat im vergangenen Jahr 84 Milliarden Dollar verdient. In der Finanzkrise musste die US-Regierung den Hausfinanzierer und die Schwesterfirma Freddie Mac mit 187 Milliarden Dollar retten - in wenigen Wochen werden die Unternehmen die gesamte Schuld beglichen haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-baufinanzierer-fannie-mae-macht-84-milliarden-dollar-gewinn-a-954984.html
Das gehört unter der Rubrik US - Finanztrickserei. Eigentlich sind das gar keine Gewinne sondern in den letzten Jahren kreiertes, zusätzliches Fiatgeld. So macht der Kapitalismus die blöde Masse froh.
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