US-Fluggesellschaft American Airlines ist insolvent

Der drittgrößten US-Fluggesellschaft geht das Geld aus: American Airlines hat zusammen mit dem Mutterkonzern AMR Corp. Gläubigerschutz nach US-Insolvenzrecht beantragt. Die Kunden sollen davon zunächst nicht betroffen sein.
Maschinen von American Airlines in Dallas: Flucht in den Gläubigerschutz

Maschinen von American Airlines in Dallas: Flucht in den Gläubigerschutz

Foto: Tony Gutierrez/ ASSOCIATED PRESS

Fort Worth - Nach hohen Verlusten ist die Fluggesellschaft American Airlines insolvent. Der Mutterkonzern AMR Corp.   beantragte am Dienstag vor einem New Yorker Gericht Gläubigerschutz. Dies bedeutet, dass dem Unternehmen nach "Chapter 11" des US-Insolvenzrechts ein zeitlich begrenzter Schutz vor seinen Gläubigern gewährt wird, um sich zu sanieren.

Die Kunden sollen von der Insolvenz zunächst nichts spüren. Das Unternehmen teilte mit, der Flugbetrieb laufe vorerst normal weiter. AMR hat dafür nach eigenen Angaben noch 4,1 Milliarden Dollar verfügbar.

American Airlines ist die drittgrößte US-Fluggesellschaft nach United Continental   und Delta  . Sie befördert pro Tag etwa 275.000 Passagiere auf 3400 Flügen. Der Insolvenzantrag sei im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre, erklärte der Konzern. Man wolle unter dem Schutz vor einem Zugriff der Gläubiger die Kosten senken und die Verschuldung abbauen.

Dazu wurde auch ein neuer Chef berufen. Thomas Horton folgt Gerard Arpey nach, wie American Airlines erklärte. "Das ist ein schwieriges Geschäft", räumte der frischgekürte Firmenchef ein. Horton sagte, er sei zuversichtlich, dass American Airlines gestärkt aus der Restrukturierung hervorgehen werde. Die hohen Spritpreise und Währungsschwankungen hatten die Fluggesellschaft zuletzt in die Verlustzone gedrückt.

American Airlines hat als einzige große Fluggesellschaft in diesem Jahr Geld verloren. 286 Millionen Dollar allein im zweiten Quartal, in den ersten neun Monaten diesen Jahres war ein Minus von unterm Strich 884 Millionen Dollar angefallen. Nach entsprechenden Gerüchten über eine bevorstehende Insolvenz war die Aktie bereits in jüngster Zeit drastisch eingebrochen.

Erst im Juli hatte das Unternehmen die Bestellung Hunderter Flugzeuge verkündet. Es soll die größte Einkaufstour der Luftfahrtgeschichte sein. Das Unternehmen bestellte damals nach eigenen Angaben 460 Kurz- und Mittelstreckenjets und sichert sich Optionen auf 465 weitere Maschinen. Allein die Order für die festen Bestellungen wurde damals auf 40 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) geschätzt.

Noch ist unklar, welche langfristigen Auswirkungen die Insolvenz haben wird. American Airlines ist auch Teil des Luftfahrtbündnisses Oneworld, dem die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin 2012 beitreten will.

mmq/dpa/Reuters
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