US-Fluggesellschaften United und Continental planen Luftfahrt-Giganten

Die US-Luftfahrtbranche steht vor einer Megafusion: United und Continental Airlines wollen in einem Konzern aufgehen - und die größte Fluggesellschaft der Welt werden. Scheitern könnte der Zusammenschluss allerdings noch am Veto der Kartellbehörden.

Continental-Maschine: Zusammen hätte der Konzern eine Flotte von 693 Flugzeugen
AP

Continental-Maschine: Zusammen hätte der Konzern eine Flotte von 693 Flugzeugen


Philadelphia - Zwei große amerikanische Fluggesellschaften suchen den Weg aus der Krise: United und Continental Airlines haben 2009 Millionenverluste gemacht. Schon länger hat sich eine Fusion der beiden Unternehmen angekündigt.

Nun steht der Zusammenschluss kurz bevor: Die Verwaltungsräte beider Fluggesellschaften stimmten der Fusion zu, sagen Insider. Das bestätigten beide Unternehmen am Montag: Geplant sei "eine Fusion unter Gleichen". Durch den Zusammenschluss wollen die Airlines pro Jahr bis zu 1,2 Milliarden Dollar sparen.

Gemessen am Verkehrsaufkommen ist United bislang die drittgrößte US-Fluggesellschaft, Continental Airlines Chart zeigen folgt auf Platz vier. Gemeinsam würden sie den bisherigen Weltmarktführer Delta Airlines Chart zeigenablösen.

Das neue Unternehmen soll United Airlines heißen und den Hauptsitz in Chicago haben. Der jährliche Umsatz werde bei etwa 29 Milliarden Dollar liegen. Zusammen hätten United und Continental 90.000 Mitarbeiter und eine Flotte von 693 Flugzeugen.

Hohe Spritpreise, sinkende Passagierzahlen

Die Fusion soll über einen Aktientausch ablaufen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters würden 1,05 Aktien des United-Mutterkonzerns UAL pro Continental-Anteilsschein gezahlt. Basierend auf den Schlusskursen von Freitag würde UAL also rund 3,2 Milliarden Dollar für Continental zahlen.

Continental-Chef Jeffery Smisek soll das neue Unternehmen führen, die Fusion könnte allerdings noch an den Wettbewerbsbehörden scheitern. Ein Problem könnten zudem die Forderungen der Piloten werden.

Hohe Spritpreise und sinkende Passagierzahlen hatten im vergangenen Jahr für hohe Verluste bei beiden Unternehmen gesorgt. Continental Airlines verbuchte 2009 ein Minus von 282 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 12,6 Milliarden Dollar. Bei der United-Muttergesellschaft UAL waren es sogar 651 Millionen bei einem Umsatz von 16,3 Milliarden Dollar.

Allmählich erholt sich die Branche wieder von den Folgen der Wirtschaftskrise, allerdings suchen viele Airlines Partner. Erst vor zwei Jahren schlossen sich Delta und Northwest Airlines zusammen und verdrängten American Airlines als größte Fluggesellschaft der Welt.

cte/Reuters/apn



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Sphynx, 03.05.2010
1. .
Nötig wär's ja. Es gibt zu viele mittelmäßige Fluggesellschaften in Nordamerika. Es ist schon längst überfällig, dass sich der Markt da gesundschrumpft.
Wolfgang Jung 03.05.2010
2. Geblubber
Was heißt hier Megafusion zur größten Fluggesellschaft der Welt? Auch die neue Gesellschaft wäre doch größtenteils ein (vielleicht) besserer Inland-Carrier.
autocrator 03.05.2010
3. kurzsichtige problemlösung
die fusion bezweckt lediglich, sogenannte "synergieeffekte zu nutzen", sprich einsparungen zu erreichen, v.a. wohl an streichbaren mitarbeiterstellen von dann doppelt besetzten arbeitsplätzen, und über ein aktien- und bilanzen-tohuwabohu (stichwort "aktientausch") auf jahre hinaus die tatsächliche wirtschaftliche lage des gesamtunternehmens hinwegzutäuschen. - in der hoffnung, dass in der zwischenzeit ein wunder geschieht, und aufgrund irgendwelcher faktoren zwei verlustreiche firmen zu einer gewinnträchtigen wird. Das wird auch für ca. 4-5 jahre funktionieren. Am dahinterstehenden problem (im artikel: "steigende spritpreise, sinkende passagierzahl") ändert dieser aktionismus gar nichts. Sprit = erdöl ist endlich und muss mit immer größerem aufwand = kosten (an denen sich zusätzlich noch genügend andere leute ne goldene nase dran bereichern) gefördert werden. Sprit wird also noch teuerer werden. Und der anti-fordismus-denke folgt nunmal: freigesetzte mitarbeiter sind arbeitslose, die sich fliegen nicht leisten können (egal, ob sie nun in einer arbeitslosenstatistik künstlich rein- oder rausgerechnet wurden) - also werden die passagierzahlen weiter wegbrechen. "Lösungen" sehen anders aus.
trendy_randy 03.05.2010
4. Nordamerikanische Fluggesellschaften
Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Grund der bei allen US-amerikanischen Fluggesellschaften zurück gehenden Passagierzahlen ist jedoch der mangelnde Service sowohl am Boden, als auch in der Luft. Gerade in einer Zeit, in der der zahlungskräftige Fluggast von allen Airlines heftig umworben wird, ist mehr als Kostenreduktion durch Fusion notwendig.
LH526 03.05.2010
5. Ist doch ...
Zitat von autocratordie fusion bezweckt lediglich, sogenannte "synergieeffekte zu nutzen", sprich einsparungen zu erreichen, v.a. wohl an streichbaren mitarbeiterstellen von dann doppelt besetzten arbeitsplätzen, und über ein aktien- und bilanzen-tohuwabohu (stichwort "aktientausch") auf jahre hinaus die tatsächliche wirtschaftliche lage des gesamtunternehmens hinwegzutäuschen. - in der hoffnung, dass in der zwischenzeit ein wunder geschieht, und aufgrund irgendwelcher faktoren zwei verlustreiche firmen zu einer gewinnträchtigen wird. Das wird auch für ca. 4-5 jahre funktionieren. Am dahinterstehenden problem (im artikel: "steigende spritpreise, sinkende passagierzahl") ändert dieser aktionismus gar nichts. Sprit = erdöl ist endlich und muss mit immer größerem aufwand = kosten (an denen sich zusätzlich noch genügend andere leute ne goldene nase dran bereichern) gefördert werden. Sprit wird also noch teuerer werden. Und der anti-fordismus-denke folgt nunmal: freigesetzte mitarbeiter sind arbeitslose, die sich fliegen nicht leisten können (egal, ob sie nun in einer arbeitslosenstatistik künstlich rein- oder rausgerechnet wurden) - also werden die passagierzahlen weiter wegbrechen. "Lösungen" sehen anders aus.
bei Delta und Northwest identisch gewesen, wobei die Streckennetze bei UA und CO diverser sind. CO ist im Inland stark, United auf der Langstrecke vergleichbar stärker, absolut betrachtet aber im Interkont nicht an die Größe von DL/NW herankommt, gerade im Nordatlantik. Das Hub von UA Chicago, etc ist, mit Ausnahme von Houston, recht nah an COs hubs in Newark und Cleveland, an der Westküste ist keine der beiden stark. Im Endeffekt bleibt abzuwarten welcher Brand überlebt. Sicherlich ist United die stärkere Marke, der Wegbruch von CO wird aber in den Nordoststaaten erstmal spürbar werden. Für ein heranreichen an die Strategien der neuen Airlines wie jetBlue und Virgin America sind aber selbst nach einem Merger die Verkrustungen bei UA und CO zu stark. [QUOTE=autocrator;5446539] Und der anti-fordismus-denke folgt nunmal: freigesetzte mitarbeiter sind arbeitslose, die sich fliegen nicht leisten können (egal, ob sie nun in einer arbeitslosenstatistik künstlich rein- oder rausgerechnet wurden) - also werden die passagierzahlen weiter wegbrechen. [QUOTE] Eher andersrum, Mitarbeiter von CO und UA fliegen meistens non-rev, also für +-0, wenn jetz einer der gechassten trotzdem fliegen muss, und das mit CO oder UA tut, bleibt immer noch was für die Airlines hängen.
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