Internationale Energieagentur US-Fracking-Boom dämpft Ölpreisanstieg

Die Risiken des Fracking zur Förderung von Öl und Gas aus Schiefergestein sind hochumstritten - die Technik bremst der Internationalen Energieagentur zufolge aber den Ölpreisanstieg. Der Fracking-Boom in den USA fange die Produktionsausfälle im Irak und in Libyen auf.
Fracking im US-Bundesstaat Pennsylvania: Ölpreisanstieg gebremst

Fracking im US-Bundesstaat Pennsylvania: Ölpreisanstieg gebremst

Foto: Jim Lo Scalzo/ dpa

London - Der umstrittene Fracking-Boom in den USA hat nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) den Ölpreisanstieg gedrosselt. Durch die von Umweltschützern kritisierte Technik zur Förderung von Schieferöl habe der Markt Produktionsausfälle wegen der anhaltenden Gewalt in Libyen und im Irak auffangen können, teilte die IEA am Freitag mit.

Vor allem die zur Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gehörenden Staaten hätten zuletzt Probleme mit der Produktion gehabt. Im Irak kommt zu den Anschlägen von Extremisten noch der Streit der Kurdenregion mit der Zentralregierung über die Ölindustrie hinzu.

Wegen der Ausfälle in Libyen und im Irak sank die Opec-Produktion im Juli um 100.000 Barrel am Tag. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordsee-Sorte Brent stieg um vier Dollar auf 107,43 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten.

Die USA werden nach Einschätzung der US-Energiebehörde EIA in diesem Jahr erstmals mehr Öl fördern als importieren. Dazu trägt vor allem das sogenannte Fracking bei. Dabei werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen (fracken) und so Öl- und Gasreserven zu erschließen.

Die in Paris ansässige IEA rechnet damit, dass die USA innerhalb von nur fünf Jahren Saudi-Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten ablösen. In Deutschland hatte sich die Koalition vor der Bundestagswahl nicht auf eine Regelung des Fracking einigen können.

In den USA hat der flächendeckende Einsatz dieser Technik bereits zu einer deutlich höheren Förderung von Erdgas und in der Folge zu einem massiven Preisverfall geführt. Kritiker befürchten, dass der Einsatz von gefährlichen Stoffen zu unvertretbaren und nicht beherrschbaren Risiken für die Umwelt führt.

nck/Reuters