Zu großes Risiko für die öffentliche Gesundheit US-Gesundheitsbehörde verbietet Verkauf von E-Zigaretten der Firma Juul

Wegen offensiver Vermarktung an Jüngere war das Start-up bereits früh ins Visier der US-Aufsicht geraten. Nun darf E-Zigarettenhersteller Juul keines seiner Produkte mehr auf dem Heimatmarkt anbieten.
E-Zigaretten, die wie USB-Sticks aussehen – damit wollte die Firma Juul punkten

E-Zigaretten, die wie USB-Sticks aussehen – damit wollte die Firma Juul punkten

Foto: EVA HAMBACH / AFP

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Verkauf sämtlicher E-Zigaretten der Marke Juul verboten. Der Hersteller Juul Labs habe Sicherheitsstandards nicht erfüllt, teilte die FDA mit. Das mit sofortiger Wirkung geltende Verbot solle dafür sorgen, »dass alle E-Zigaretten und andere elektronischen Nikotinabgabesysteme, die derzeit auf dem Markt sind, unseren Gesundheitsstandards entsprechen«, teilte FDA-Chef Robert Califf mit.

Juul hatte mit seinen neuartigen aromatisierten E-Zigaretten, die wie USB-Sticks aussehen, zeitweise reißenden Absatz gefunden. Doch dann geriet das Start-up wegen der offensiven Vermarktung der Produkte an jüngere Zielgruppen stark in die Kritik und damit auch ins Visier der Aufsicht.

Den Verkauf von E-Zigaretten mit Frucht- und Bonbongeschmack, die bei Teenagern besonders beliebt waren, hatte Juul bereits 2019 gestoppt und war damit einem Verbot zuvorgekommen. Die Produkte wurden für einen Anstieg des Konsums von E-Zigaretten unter Jugendlichen verantwortlich gemacht. Im Januar 2020 erklärte die FDA dann den Verkauf von E-Zigaretten mit anderen Geschmacksrichtungen als Tabak oder Menthol für illegal – sofern sie nicht ausdrücklich von der Regierung genehmigt werden.

In einer zweijährigen Prüfung kam die Behörde nun zu dem Schluss, dass Juuls gesamte Produktpalette ein zu großes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt. Einige Studienergebnisse geben demnach Anlass zur Besorgnis – unter anderem hinsichtlich möglicher Schädigungen des Erbguts sowie möglicherweise schädlicher Chemikalien, die aus den Pods austreten.

Zu den Produkten, die ab sofort vom Markt genommen werden, zählen die Juul-E-Zigarette sowie die dazugehörigen Pods, die in den USA derzeit mit einer Nikotinkonzentration von fünf und drei Prozent gefüllt sind.

Juul kann gegen den Beschluss noch Berufung einlegen. Man habe der Behörde »ausreichend Informationen und Daten« zu den von der FDA aufgebrachten Fragen geliefert, teilte der für Regulierungsangelegenheiten zuständige Manager Joe Murillo mit.

sak/dpa/AFP
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