Anlagebetrug 110 Jahre Haft für US-Investor Allen Stanford

Er galt als einer der reichsten Amerikaner. Doch sein Erfolg basierte auf Lügen: 20 Jahre lang hat Allen Stanford Investoren an der Nase herumgeführt und um rund 5,3 Milliarden Euro betrogen. Jetzt wurde der Texaner wegen Betrugs verurteilt - zu 110 Jahren Haft.

Milliardär: Allen Stanford wird sein Leben wohl nicht mehr in Freiheit verbringen
REUTERS

Milliardär: Allen Stanford wird sein Leben wohl nicht mehr in Freiheit verbringen


Houston - Der US-Investor Allen Stanford ist wegen milliardenschweren Anlagebetrugs zu einer Haftstrafe von 110 Jahren verurteilt worden. Ein US-Gericht gab am Donnerstag das Strafmaß bekannt. Im Prozess wurde nachgewiesen, dass der Texaner Anleger durch ein Pyramidensystem um rund 5,3 Milliarden Euro (sieben Milliarden Dollar) betrogen hatte.

Stanford soll mit seiner Firma mehr als 30.000 Investoren aus rund hundert Ländern um ihr Geld gebracht haben. Der Milliardär hatte im Gericht eine mehr als 40 Minute lange Rede gehalten und auf nicht schuldig plädiert. "Ich bin nicht hier, weil ich um Vergebung oder Sympathie bitten will", hatte Stanford zum Richter gesagt. "Ich habe kein Schneeballsystem betrieben." Er müsse als Sündenbock herhalten. Die Staatsanwaltschaft hatte 230 Jahre Haft gefordert.

Stanford war bereits 2009 festgenommen worden und verbrachte wegen Fluchtgefahr die vergangenen drei Jahre im Gefängnis. Dort war er im September 2009 verprügelt worden und wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht . Auch im vergangenen Jahr hatte Stanford von sich Reden gemacht: Damals hatte der Texaner die Börsenaufsicht und seine Strafverfolger auf 7,2 Milliarden Dollar verklagt.

Der Fall Allen Stanford ähnelt dem 50-Milliarden-Dollar-Betrug des New Yorker Finanzjongleurs Bernard Madoff, der im Sommer 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt worden war.

kha/AFP/AP

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Seite 1
maximus100 14.06.2012
1. 110Jahre
Zitat von sysopREUTERSEr galt als einer der reichsten Amerikaner. Doch sein Erfolg basierte auf Lügen: 20 Jahre lang hat Allen Stanford Investoren an der Nase herumgeführt und um rund 5,3 Milliarden Euro betrogen. Jetzt wurde der Texaner wegen Betrugs verurteilt - zu 110 Jahren Haft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838970,00.html
im Luxusknast für Wirtschaftskriminelle.
dunnhaupt 14.06.2012
2. Scharfe US-Justiz
In den USA landen die Finanzzocker lebenslang im Zuchthaus. Bei uns feiern sie ihren Geburtstag im Kanzleramt.
Gungosh 14.06.2012
3.
Zitat von sysopREUTERSEr galt als einer der reichsten Amerikaner. Doch sein Erfolg basierte auf Lügen: 20 Jahre lang hat Allen Stanford Investoren an der Nase herumgeführt und um rund 5,3 Milliarden Euro betrogen. Jetzt wurde der Texaner wegen Betrugs verurteilt - zu 110 Jahren Haft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838970,00.html
Mal überlegen... Es gibt Finanzbosse, die hunderte von Milliarden verbrannt haben. Und die haben zum größten Teil entweder mit zwei-/dreistelligen Millionenbeträgen abgedankt oder bilden Obamas Finanzstab. 5,3 Milliarden verbrennen: 110 Jahre Knast. Hunderte Milliarden verbrennen: Abfindung und nächsten Job suchen oder Finanzstab der Regierung. Da kann man dann fein weiter Regulierungsmaßnahmen abwehren. Funktioniert immer noch wie geschmiert, das System. Geschmiert. Haha.
Hermes75 14.06.2012
4.
Zitat von maximus100im Luxusknast für Wirtschaftskriminelle.
Neidisch? Wollen Sie mit ihm tauschen?
meimei 14.06.2012
5.
Zitat von GungoshMal überlegen... Es gibt Finanzbosse, die hunderte von Milliarden verbrannt haben. Und die haben zum größten Teil entweder mit zwei-/dreistelligen Millionenbeträgen abgedankt oder bilden Obamas Finanzstab. 5,3 Milliarden verbrennen: 110 Jahre Knast. Hunderte Milliarden verbrennen: Abfindung und nächsten Job suchen oder Finanzstab der Regierung. Da kann man dann fein weiter Regulierungsmaßnahmen abwehren. Funktioniert immer noch wie geschmiert, das System. Geschmiert. Haha.
das ist jetzt etwas einfaltslos. Und einfach um ein, zwei Dimensionen von Steuerbetrug ZumWinkel und Otto N. angehoben... Aber ja, Mappusse sollten in der Tat für die durch sie verursachten Schäden grade zumindest rangezogen werden, ausgleichen können sie es ja nie mehr.
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