Bestätigung der US-Justiz JP Morgan muss Rekordstrafe zahlen

Nun ist es offiziell: Das US-Justizministerium hat die Rekordstrafe gegen JP Morgan bestätigt. Die US-Bank muss wegen windiger Hypothekengeschäfte 13 Milliarden Dollar zahlen - im Gegenzug stellt die Justiz das Verfahren gegen sie ein.


New York/Washington - Die US-Justiz hat den Rekordvergleich mit der Großbank JP Morgan Chase wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten vor und während der Finanzkrise offiziell bestätigt. Das US-Geldinstitut habe den Deal im Umfang von 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) akzeptiert, teilte der Justizminister des Bundesstaats New York, Eric Schneiderman, am Dienstag mit.

Der Vergleich beinhaltet den Angaben zufolge Hilfen für überschuldete Hausbesitzer im Umfang von vier Milliarden Dollar sowie Zahlungen an Behörden und Investoren. Im Gegenzug stellt die Justiz mehrere Ermittlungen und Verfahren gegen JP Morgan ein.

Dem "Wall Street Journal" zufolge handelt es sich um die größte Zahlungsauflage, die ein US-Unternehmen jemals in einem Zivilverfahren erhalten hat. Die Einigung zwischen JP Morgan und der US-Justiz stellt den 4,5 Milliarden Dollar schweren Vergleich in den Schatten, den der britische Ölkonzern BP wegen der Havarie der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko geschlossen hatte.

Die Großbank büßt mit der Milliardenzahlung für die Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit dem Kollaps des US-Immobilienmarktes vor fünf Jahren. Die US-Justiz warf JP Morgan und seinen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise übernommenen Filialen Bear Stearns und Washington Mutual vor, faule Hauskredite an Investoren weiterverkauft zu haben, ohne die Risiken offenzulegen.

sun/AFP

insgesamt 37 Beiträge
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robert.c.jesse 19.11.2013
1. Warum..
...nennt man diese Leute und ihr Casino nicht eine kriminelle Vereinigung und sperrt die Betreiber ein. Wer 13 Milliarden zahlen kann, hat mindestens das dreifache ergaunert. Also erleiden Sie keinen Schaden, sondern bleiben immer noch lachend in der Gewinnzone. "To BIG to fail" ist wahrscheinlich auch hier zu tragen gekommen. Man sollte vielleicht CO James Dimon, den ganzen Betrag in kleinen Münzen in einer Schubkarre zur Regierungskasse schieben lassen. Damit könnte er sich einmal eine reale Vorstellung von Geld machen, welches er sonst nur vom Bildschirm her kennt. Und eine "ehrliche" Beschäftigung wäre es auch.
Qual 19.11.2013
2. optional
Wie hoch auch immer(das müsste schon anhand der tatsächlichen -nicht der angegebenen- Mittel bewertet werden): Es wurde sich frei gekauft. Die Kleinen hängt man die Großen lässt man laufen... Absurd hier Straffrei zu bleiben. Bizarroworld oder einfach Realität.
roedaelefanten 19.11.2013
3. Werden sie aus Portokasse zahlen...
Vielleicht nicht ganz. Aber eine empfindliche Strafe sieht anders aus! Für uns Normalsterbliche erscheint es viel, doch für die großen Banken sind es trotzdem nur 'Peanuts'. :-(
bombenstimmung 20.11.2013
4. Beachternswert!
Sollte die Rekordstrafe tatsächlich zutreffen, ist es ein folgerichtiges Handeln der amerikanischen Justiz. Undenkbar in Deutschland: Merkel würde sich alternativlos voll dafür einsetzen, dass sich über Zockern wie JP Morgan (und davon gibt es auch viele in Deutschland) ganz schnell der Rettungsschirm aufspannt. Zudem würde in Deutschland bei einer derartigen Verurteilung ein dezenter Hinweis auf Arbeitskräfteabbau die Strafe ganz schnell in eine massive Zuwendung/Schenkung verwandeln!
wurzelbär 20.11.2013
5. Gibt das nicht zu denken ?
" Es ist gut, daß die Bürger, das Volk unserer Nation das Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn würden sie es verstehen, gäbe es, glaube ich, eine Revolution - vor morgen früh." sagte so ungefähr - Henry Ford - Autokonstrukteur in seiner Zeit. gibt das nicht Grund genug, darüber nachzudenken? Das Geld was Banken verlieren ist kein realer Wert - sondern nur banale Zahlen, die verkleinert werden und sonst nur einem " Glaubenswert " bei dem intelligenzbefreiten, das Geldsystem nicht verstehenden Menschen und Bürger darstellt. Es ist beschämend, diesem Finanz-kriminellen, die aus dem >nichts< für sich im System Euro schöpfende Volks-, wie Wirtschafts-Verbrecher, die unter dem gesetzlichen Schutz stehen, wie in allen Staaten, ihrem finanziellen Bereicherungssystem hilflos ausgeliefert zu sein. Denken ist wichtiger als Glauben !
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