Boeings Pannenflieger Behörden ziehen Dreamliner aus dem Verkehr

Weltweit ziehen Luftfahrtbehörden Konsequenzen aus der Pannenserie bei Boeing. Alle in den USA, Europa, Japan und Indien registrierten Dreamliner müssen vorläufig am Boden bleiben. Seit 1979 hat es keine derart drastische Aktion gegen einen amerikanischen Flugzeughersteller gegeben.
Boeings Pannenflieger: Behörden ziehen Dreamliner aus dem Verkehr

Boeings Pannenflieger: Behörden ziehen Dreamliner aus dem Verkehr

Foto: Toru Hanai/ REUTERS

Washington - Es ist ein Desaster für den US-Luftfahrtkonzern Boeing. Nach der jüngsten Pannenserie beim Dreamliner müssen die meisten bisher ausgelieferten 787-Maschinen am Boden bleiben. Europa, Japan und Indien schlossen sich am Donnerstag einer entsprechenden Anordnung der US-Luftfahrtbehörde FAA an. Diese hatte angewiesen, die Dreamliner in den USA vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Airlines müssten nachweisen, dass die Lithium-Ionen-Batterien sicher seien, bevor weitere Flüge erlaubt würden. Laut Analysten ist es das erste Mal seit 1979, dass Sicherheitsbehörden weltweit auf diese Weise gegen einen US-Flugzeugbauer vorgehen. Boeing-Chef Jim McNerney gab sich trotzdem zuversichtlich, dass der Dreamliner sicher sei. Man wolle so schnell wie möglich Lösungen für die Probleme finden. Der Boeing-Aktie half dies wenig. Sie gab im Handel nach Börsenschluss zwei Prozent nach.

Am Mittwoch musste eine 787-Maschine wegen Rauchentwicklung in der Kabine im japanischen Takamatsu notlanden. Das Verkehrsministerium in Tokio beschrieb den Vorfall als "höchst ernsthaft". Damit bezeichnen Sicherheitsbehörden eine Situation, die zu einem Unfall hätte führen können. Zuvor war es bereits zu einer Reihe von Zwischenfällen mit Dreamlinern gekommen. In den vergangenen Tagen war der Airbus-Rivale mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in die Schlagzeilen geraten.

Die Rating-Agentur Moody's teilte bereits mit, die Vorfälle seien negativ für die Kreditwürdigkeit des US-Unternehmens, würden aber noch keine Herabstufung auslösen. Die Probleme bei Boeing könnten den Wettbewerb mit Airbus beeinflussen. Die EADS-Tochter hatte vor rund einem Jahr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Damals ließen ein Triebwerksbrand sowie Haarrisse in den Tragflächen das Vertrauen in den Riesenflieger A380 schwinden.

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Superflieger: Die Pannen von Boeings Dreamliner

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Boeing bekommt jedenfalls Zeit, den Problemen nachzugehen. Japans Vizeverkehrsminister Hiroshi Kajiyama teilte mit, es sei noch unklar, wie lange der Dreamliner am Boden gehalten werde. Japan ist bisher der größte Markt für die 787. Die beiden führenden japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways und Japan Airlines haben 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen in Betrieb. Der Luftfahrtsprecher der indischen Regierung nannte ebenfalls kein Datum, wann der Dreamliner wieder abheben darf. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA sagte, man schließe sich den Amerikanern an. In Europa operiert bisher nur Polens LOT Airlines mit dem Dreamliner.

yes/Reuters/dapd
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