Fusion mit DirecTV US-Mobilfunker AT&T zahlt fast 50 Milliarden Dollar für Pay-TV

Fernsehen im Internet gewinnt immer mehr Anhänger, Sender und Netzbetreiber suchen deshalb den Schulterschluss. Jüngstes Beispiel: Die Übernahme des führenden US-Bezahlsenders DirecTV durch AT&T für knapp 50 Milliarden Dollar.

Pay-TV-Sender DirecTV: Fusionskarussell mit immer größerem Tempo
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Pay-TV-Sender DirecTV: Fusionskarussell mit immer größerem Tempo


New York - Der US-Mobilfunker AT&T übernimmt für knapp 50 Milliarden Dollar den führenden Pay-TV-Sender DirecTV. Damit treibt der zweitgrößte Mobilfunk-Anbieter der USA das Fusionskarussell in der Branche an. Grund für den Zusammenschluss ist die zunehmende Verknüpfung von TV und Internet. Immer mehr Menschen surfen über Smartphones und Tablets im Internet online und schauen auch verstärkt über das Internet fern.

Aus diesem Grund haben Videodienste über das Internet in den USA inzwischen den höchsten Kundenzuwachs, während Anbieter von Satellitenfernsehen rückläufige Kundenzahlen beklagen. DirecTV bietet Satellitenfernsehen in den USA, aber auch in Lateinamerika an und ist mit 93 Prozent an Sky Brasil beteiligt.

Druck auf Kabelriesen Comcast

Um sich neue Wachstumsmöglichkeiten zu sichern, bietet AT&T den Angaben vom Sonntag zufolge 95 Dollar je DirecTV-Aktie. Das ist ein Aufschlag von zehn Prozent auf den Schlusskurs der DirecTV-Aktie vom Freitagabend. Die Barkomponente des Kaufpreises betrage 28,50 Dollar je Anteilsschein. Der Rest wird in AT&T-Aktien gezahlt. Inklusive der Schulden von DirecTV hat die Transaktion einen Wert von rund 67 Milliarden Dollar.

Um sich die Zustimmung der Kartellbehörden zu sichern, kündigte AT&T den Verkauf seiner knapp achtprozentigen Beteiligung an America Movil von Carlos Slim an. DirecTV hat in Lateinamerika etwa 18 Millionen Kunden, in den USA 20 Millionen. Sollten die Wettbewerbshüter den Deal platzen lassen, muss AT&T keine Vertragsstrafe zahlen, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person. Sollte aber DirecTV ein höheres Gegengebot annehmen, wären 1,4 Milliarden Dollar Strafe fällig.

Mit der Übernahme könnte AT&T im Pay-TV den Kabelriesen Comcast Chart zeigen unter Druck setzen, der gerade für 45 Milliarden Dollar den Rivalen Time Warner Cable Chart zeigen kaufen will. In dem Übernahme-Reigen spielt auch die US-Tochter der Deutschen Telekom Chart zeigen eine zentrale Rolle: Der drittgrößte US-Anbieter Sprint würde sich gerne mit der Nummer vier, T-Mobile US, verstärken.

Fusionsdruck auch in Europa

Der Zusammenschluss von AT&T mit DirecTV wirft auch Fragen nach der weiteren Strategie von DirecTVs größtem Rivalen Dish auf. Dish liebäugelt schon seit Längerem mit einem Einstieg in den Mobilfunk-Bereich. Den rund 20 Milliarden Dollar schweren Bieterwettstreit um Sprint hatte der Satelliten-TV-Konzern 2013 gegen den japanischen Telekom-Riesen Softbank verloren.

Dish plant aber weiter, über ein eigenes Mobilfunknetz Fernsehen und schnelles Internet anzubieten, und hat sich dazu mit Funkfrequenzen eingedeckt. Einzig ein landesweites Handy-Netz fehlt. Der Aufbau wäre sehr viel teurer und langwieriger als der Kauf eines Netzbetreibers. Dish-Chef Charles Ergen hat bereits gesagt, dass er nicht das Geld habe, die AT&T-Offerte für DirecTV auszustechen. Im Jahr 2001 hatten noch die Wettbewerbshüter den Versuch blockiert, DirecTV zu übernehmen.

Auch in Europa dreht sich das Fusionskarussell wegen des Preiskampfes und Bedarfs an schnellen Internetverbindungen mit wachsendem Tempo. So übernahm der britische Mobilfunk-Riese Vodafone Chart zeigen für elf Milliarden Euro Kabel Deutschland Chart zeigen, um auch Festnetz und TV aus einer Hand anbieten zu können. Auch die beiden Mobilfunker E-Plus und O2 suchen den Schulterschluss, um in der Branche zu bestehen. Und in Frankreich setzte sich kürzlich der Kabelkonzern Numericable im Bieterkampf um den Mobilfunker SFR durch.

mik/Reuters

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