US-Notenbank Fed fährt Konjunkturhilfen weiter zurück

Die US-Notenbank Federal Reserve reduziert die Ankäufe von Staatsanleihen weiter. Sie reagiert damit auf die anziehende Konjunktur in den USA. Weitere Entscheidungen zeigen jedoch: Der Optimismus ist gedämpft.

Fed-Chefin Yellen: US-Notenbank reduziert Ankauf von Staatsanleihen
REUTERS

Fed-Chefin Yellen: US-Notenbank reduziert Ankauf von Staatsanleihen


Washington - Angesichts der anziehenden Konjunktur in den USA streicht die Notenbank ihre Wirtschaftshilfen weiter zusammen. Die monatlichen Geldspritzen werden um zehn Milliarden Dollar gekürzt, wie der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch entschied. Das Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren sinkt damit wie erwartet auf 35 Milliarden Dollar pro Monat. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Trotz des positiven Trends der US-Wirtschaft beurteilt die Fed nach dem kältebedingt schwachen Start ins Jahr die Wachstumsaussichten nicht mehr ganz so rosig. Sie veranschlagt für dieses Jahr beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von maximal 2,3 Prozent. Noch im März hatte sie mit bis zu drei Prozent gerechnet.

Die Zinswende peilen die meisten Geldpolitiker erst für nächstes Jahr an. In ihren individuellen Prognosen für den angemessenen Zeitpunkt einer Zinserhöhung nannten zwölf Zentralbanker das Jahr 2015. Drei Fed-Führungsmitglieder wollen die Zinsen erst 2016 anheben, nur ein Notenbanker plädiert für 2014. An der Umfrage nahmen auch derzeit nicht stimmberechtigte Notenbanker teil. Die Fed-Führungsmitglieder veranschlagen im Schnitt für Ende 2015 ein Zinsniveau von 1,125 Prozent. Im März hatten sie lediglich 1,00 Prozent angepeilt.

Erstmals nahm auch der neue Fed-Vizechef Stanley Fischer an der Zinssitzung teil. Der frühere israelische Notenbankchef hatte erst kürzlich vom Senat grünes Licht für den Posten erhalten. Mit seiner nicht ganz so lockeren geldpolitischen Linie gilt er als Korrektiv zu Yellen, die am Abend den Zinsbeschluss vor der Presse erläutern sollte.

Die Fed, die stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern soll, blickt mittlerweile mit etwas weniger Sorge auf den Arbeitsmarkt. Bis Ende des Jahres soll die Arbeitslosenquote nach den Projektionen der Notenbank auf 6,0 bis 6,1 Prozent sinken. Im März hatte sie noch 6,1 bis 6,3 Prozent veranschlagt. Die während der schweren Rezession verloren gegangenen Jobs sind mittlerweile wieder aufgebaut worden. Doch noch immer gibt es eine für US-Verhältnisse relativ hohe Zahl von Teilzeitkräften und Langzeitarbeitslosen.

jbe/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
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TS_Alien 18.06.2014
1.
Die Reduktion von Staatsanleiheaufkäufen heißt im Klartext, dass immer noch Staatsanleihen im großen Maßstab aufgekauft werden. Gerade im Wirtschaftsbereich kann man mit Sprache viel verschleiern. So sprechen Politiker auch gerne von einem ausgeglichen Haushalt und meinen damit, dass keine zusätzlichen Kredite aufgenommen werden. In Wirklichkeit werden immer noch Kredite aufgenommen, um damit die Altschulden zu "bezahlen".
hopilein 18.06.2014
2. Gähnnnn
schaut euch folgende 2 Beiträge an: KenFM im Gespräch mit: Franz Hörmann https://www.youtube.com/watch?v=Oouoee9UvEc Der Banker - Master of the Universe http://www.arte.tv/guide/de/048858-000/der-banker-master-of-the-universe Genau zuhören und Ihr wisst alles über dieses komplette Fake System!!
Armin2 18.06.2014
3. Keine Ahnung
SpOn, wenn ihr schreibt: "Die während der schweren Rezession verloren gegangenen Jobs sind mittlerweile wieder aufgebaut worden", dann beweist das, mit welcher Inkompetenz hier recherchiert wird. Dass die Quote zurückgegangen ist, hängt nicht nur mit neuen Jobs zusammen (die übrigens weitestgehend im Service-Sektor angesiedelt sind), sondern vor allem mit der niedrigsten Anzahl zur Verfügung stehender Arbeitskräfte. Viele Arbeitslose werden von der Quote gar nicht mehr erfasst, weil sie aufgegeben haben und dem Markt nicht mehr zur Verfügung stehen. Man muss sich den Bericht halt mal im Detail anschauen und nicht nur die eine Zahl betrachten. Amerika wird mit Pauken und Trompeten untergehen, wenn der Kurs der Fed nicht radikal geändert wird.
krassopoteri 19.06.2014
4.
Zitat von TS_AlienDie Reduktion von Staatsanleiheaufkäufen heißt im Klartext, dass immer noch Staatsanleihen im großen Maßstab aufgekauft werden. Gerade im Wirtschaftsbereich kann man mit Sprache viel verschleiern. So sprechen Politiker auch gerne von einem ausgeglichen Haushalt und meinen damit, dass keine zusätzlichen Kredite aufgenommen werden. In Wirklichkeit werden immer noch Kredite aufgenommen, um damit die Altschulden zu "bezahlen".
...und vor allem werden die nicht zurückgefahren, weil die Konjunktur anspringt sondern, weil die Fed nicht auf ewig Staatsanleihen unbegrenzt aufkaufen kann.
tao chatai 19.06.2014
5.
* USA ist noch immer in der Rezession* die Anzahl der Menschen ist um 12 Millionen gewachsen und diese Steigerung der Wirtschaftzahlen bezieht diese nicht mit ein ... http://www.cbpp.org/cms/index.cfm?fa=view&id=3252
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