US-Notenbank Fed schreibt US-Banken dickere Kapitalpolster vor

Die US-Notenbank Fed fordert, dass sich die acht größten Institute der Vereinigten Staaten besser gegen Krisen rüsten - und ihre Kapitalquoten erhöhen. Fast alle erfüllen die Vorschriften schon, nur bei JPMorgan klafft ein Milliardenloch.
Fed-Chefin Yellen (am 16. Juli in Washington): "Kapital vorhalten oder schrumpfen"

Fed-Chefin Yellen (am 16. Juli in Washington): "Kapital vorhalten oder schrumpfen"

Foto: ALEX WONG/ AFP

Die acht größten US-Banken müssen sich mit höheren Kapitalpuffern gegen künftige Krisen wappnen. Die US-Notenbank (Federal Reserve Bank, kurz: Fed) verabschiedete entsprechende Regelungen. Um in Zukunft besser für Krisen gerüstet zu sein und den Rest der Finanzwelt nicht zu gefährden, müssen die Institute ihre Kapitalquoten bis 2019 um ein bis 4,5 Prozent erhöhen.

Betroffen sind Geldhäuser, die als "systemisch relevant" eingestuft werden, deren Pleite also die gesamte Wirtschaft in Schieflage bringen könnte. Dazu zählen wegen ihrer großen Bilanzsummen die Bank of America , Bank of New York Mellon, Citigroup , Goldman Sachs, JPMorgan sowie Morgan Stanley, State Street und Wells Fargo.

Die Banken "müssen entweder deutlich mehr Kapital vorhalten, was die Wahrscheinlichkeit ihres Zusammenbrechens reduziert, oder sie müssen schrumpfen", erklärte Fed-Chefin Janet Yellen. Sieben der acht Institute seien bereits ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet. Nur der Nummer eins auf dem US-Bankenmarkt, JPMorgan, fehlten noch 12,5 Milliarden Dollar, sagten Fed-Vertreter.

Die US-Institute müssen damit in Zukunft strengere Vorgaben erfüllen als in der internationalen Richtlinie Basel III vorgesehen. Nach den schlechten Erfahrungen der letzten großen Finanzkrise, die 2008 im Kollaps der Wall-Street-Firma Lehman Brothers eskaliert war, wurde die Regulierung in den USA deutlich verschärft.

bos/dpa/Reuters
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