US-Notenbank Fed zögert erste Zinserhöhung in diesem Jahr weiter hinaus

Der Leitzins der US-Notenbank bleibt zunächst wie er ist: Er bewegt sich weiter zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Analysten erwarten jedoch eine Erhöhung bei der nächsten Sitzung.
Logo der Federal Reserve

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Foto: KEVIN LAMARQUE/ REUTERS

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihrer Aprilsitzung den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Er bewegt sich weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Die Entscheidung der zehn Mitglieder des Offenmarktausschusses sei mit 9:1 gefallen, teilte die Fed am Mittwoch mit. Die Notenbank ließ offen, ob es im Juni zu einem Anstieg der Leitzinsen kommen könnte.

Die Fed hat sich bisher für die Abwägung von Risiken aus der Weltwirtschaft und den Aussichten für Wachstum und Inflation im Inland stark gemacht. Die großen Risiken, etwa durch den niedrigen Ölpreis und die Wachstumsschwäche in China, erwähnte die Notenbank in ihrem Statement im April nicht mehr.

Stattdessen konzentrierte sich die Fed in ihrer Betrachtung vor allem auf die Situation im Inland, wo sie einen stabilen Arbeitsmarkt und optimistische Wachstumsaussichten konstatierte.

Analysten bewerteten dies als einen Hinweis, dass es zu einer Zinsanhebung bei der nächsten Sitzung im Juni kommen könnte, sollten sich die Aussichten für die weiterhin eher schwache Inflation in den USA erholen. Paradoxerweise würde eine Erhöhung der Zinsen vermutlich den US-Dollar stärken, damit Importe verbilligen und die Preissteigerung weiter belasten.

Die US-Notenbank hatte zuletzt im Dezember eine leichte Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte verkündet und damit ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet. Zuvor war es seit 2006 stetig nach unten gegangen. Mit ihrer Aufwärtstendenz bewegt sich die Fed gegenläufig zur Europäischen Zentralbank (EZB), die zuletzt die Geldpolitik noch einmal gelockert hatte.

kry/dpa