US-Geldpolitik US-Notenbank hebt Leitzins leicht an

Die US-Notenbank macht einen Schritt in Richtung Normalisierung ihrer Geldpolitik: Sie hat ihren Leitzins erstmals seit einem Jahr leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben.

US-Notenbank-Chefin Janet Yellen
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US-Notenbank-Chefin Janet Yellen


Die US-Notenbank hat zum zweiten Mal seit der Finanzkrise den Leitzins erhöht, zu dem sich Banken Geld leihen können. Er bewegt sich nun zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) mitteilte.

Volkswirte und Finanzmärkte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Die Märkte reagierten zunächst ruhig - sie bekommen geliefert, was sie erwartet hatten.

Die Fed setzt ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise zu normalisieren. Vorausgegangen waren Jahre einer ultralockeren Geldpolitik, mit dem Ziel, die US-amerikanische Wirtschaft anzukurbeln (Hier erfahren Sie, wie sich Zinsen auf die Wirtschaft auswirken).

Zuletzt hatte sich jedoch der US-Arbeitsmarkt als sehr stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei niedrigen 4,6 Prozent. Auch die Inflation zieht langsam an, weil die höhere Beschäftigung zu höheren Einkommen führt.

Die US-Notenbanker rechnen für kommendes Jahr weiterhin mit einer Inflationsrate von 1,9 Prozent. Die Wirtschaft dürfte aber nur graduelle Zinsanhebungen zulassen, heißt es weiter in der Mitteilung der Notenbanker.

Historisch gesehen sind die Leitzinsen in den USA auch nach der Erhöhung immer noch sehr niedrig. Anfang der Neunzigerjahre zum Beispiel lag der Satz noch bei 8 Prozent, selbst 2007 waren es noch 5 Prozent. In der Finanzkrise ab 2008 hatte die Fed den Satz dann radikal auf 0 Prozent gesenkt und die Finanzmärkte mit Geld geflutet, um die Folgen der Wirtschaftskrise einzudämmen.

Experten und Volkswirte begrüßen die Entscheidung der US-Notenbanker. "Die Zeit für moderat steigende Leitzinsen ist reif. Die US-Notenbank tut gut daran, an der Zinsschraube zu drehen", sagt Tomas Gitzel, Chefökonom der VP Bankengruppe.

hej/Reuters/dpa



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