US-Notenbank Niedrigzinsgarantie treibt Euro und Aktienkurse

Es soll die ultimative Konjunkturstütze sein: Bis Ende 2014 will die US-Notenbank Fed den Leitzins bei null Prozent halten. An den Finanzmärkten treibt das vor allem den Euro-Kurs. Die Gemeinschaftswährung profitiert von der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft.

Fed-Chef Ben Bernanke: "Gegenwind aus Europa"
AP

Fed-Chef Ben Bernanke: "Gegenwind aus Europa"


Frankfurt am Main - Die Niedrigzinsgarantie der amerikanischen Notenbank Fed ist an den Finanzmärkten zwiespältig aufgenommen worden. Einerseits können sich die Investoren über dauerhaft billiges Geld freuen. Andererseits zeigt der Schritt, wie schlecht es offenbar immer noch um die US-Wirtschaft bestellt ist.

Am Donnerstag profitierte deshalb vor allem der Euro-Kurs von der Fed-Entscheidung. Er notierte am Morgen bei 1,3124 Dollar. Vor der Notenbanksitzung am Mittwochabend hatte er zeitweise bei 1,2930 Dollar gelegen.

Die Anleger an den Aktienmärkten reagierten ebenfalls positiv: Der deutsche Leitindex Dax legte zeitweise um 1,6 Prozent zu - allerdings wurden die Kurse dabei auch von der Hoffnung auf eine Einigung im griechischen Schuldenpoker getrieben. Zuvor hatte in New York bereits der Dow Jones mit einem Plus von 0,6 Prozent geschlossen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend überraschend entschieden, den heimischen Banken bis Ende 2014 frisches Geld zum Nulltarif zur Verfügung zu stellen. Zuletzt hatte die Fed im Sommer 2011 ein Zinsversprechen abgegeben, wonach der Leitzins bis mindestens Mitte 2013 bei faktisch null Prozent gehalten wird. Mit den niedrigen Zinsen will die Notenbank Kredite für Banken, Unternehmen und Verbraucher billig halten - und so die Wirtschaft ankurbeln.

Analysten sehen die niedrigen Zinsen skeptisch

Zugleich senkte die Fed ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr. Die Notenbank erwartet 2012 ein US-Wirtschaftswachstum in einer Spanne zwischen 2,2 und 2,7 Prozent. Im November hatte die Notenbank für das laufende Jahr noch ein stärkeres Wachstum von 2,5 bis 2,9 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Fed könne derzeit noch nicht den Beginn einer Phase stärkeren Wachstums in den USA verkünden, stellte Notenbankchef Ben Bernanke fest. Die US-Wirtschaft leide derzeit "unter Gegenwind aus Europa" und wachse nur moderat. Mit dem Dauerniedrigzins will die Notenbank die schwächelnde Wirtschaft antreiben.

Experten reagierten verhalten auf den Schritt der Notenbank: "Das sagt eine Menge über die Lage der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten aus", sagte Marktanalystin Louise Cooper von BGC Partners in London.

Auch Richard Sichel, Investmentchef bei Philadelphia Trust, gab sich skeptisch: "Es sieht danach aus, dass die Fed glaubt, die Wirtschaft benötige weitere Hilfen und dass sehr niedrige Zinsen da unterstützen könnten."

Der Leitzins der Fed liegt bereits seit drei Jahren auf einem Rekordtief von offiziell null bis 0,25 Prozent. Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der Krise ihren Leitzins gesenkt - allerdings längst nicht so stark wie die Fed. Im Euro-Raum müssen Banken für frisches Geld der EZB derzeit ein Prozent Zinsen zahlen.

stk/Reuters/dpa-AFX



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Seite 1
peterhausdoerfer 26.01.2012
1. Man muss nicht gut sein
Zitat von sysopEs soll die ultimative Konjunkturstütze sein: Bis Ende 2014 will die US-Notenbank Fed den Leitzins bei null Prozent halten.*An den Finanzmärkten*treibt das vor allem den Euro-Kurs.*Die Gemeinschaftswährung*profitiert von der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811533,00.html
es reicht wenn man besser ist als die anderen. Viele die über Deutschland jammern vergessen das es mit 1% GDP Neuverschuldung ganz anders darsteht als England und die USA die über 10% GDP Neuverschuldung haben, wobei Englands Wirtschaft derzeit sogar noch schrumpft. Berücksichtigt man das Wirtschaftswachstum und die Inflation TILGT Deutschland seine Schulden mit einem Tempo von 5% p.A. Kein wunder das Deutschland derzeit das Geld hinterhergeschmissen wird. Und was den Euro angeht sollte man nicht vergessen das die USA 2000 MRD Dollar einfach gedruckt haben, der Euro steht diesbezüglich viel besser da.
StVo 26.01.2012
2. .....
Zitat von sysopEs soll die ultimative Konjunkturstütze sein: Bis Ende 2014 will die US-Notenbank Fed den Leitzins bei null Prozent halten.*An den Finanzmärkten*treibt das vor allem den Euro-Kurs.*Die Gemeinschaftswährung*profitiert von der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811533,00.html
Seit Jahren billiges Geld und trotzdem wird die Prognose gesenkt. Unter Umständen sollte man sich einmal überlegen, dass das ganze billige Geld ein Teil des Problems und nicht der Lösung ist. Das ganze billige Geld will ja angelegt werden und schafft mit der neuen Anlage das nächste Problem, was man dann mit noch billigeren Geld lösen möchte. - Verrückte Welt. Außerdem soll man bitte einmal aufhören davon zu sprechen "den Markt mit frischen Geld" zu versorgen. Ich als Privatanleger bin Bestandteil dieses Marktes. Mich versorgt man weder mit frischen Geld, noch spannt man für mich Rettungsschirme wenn ich eine falsche Anlageentscheidung getroffen habe. Und das ist auch richtig so. Denn Chancen stehen auch immer Risiken gegenüber. Nennt also die Begünstigten beim Namen. Es sind die Banken und die Staaten!
barrakuda64 26.01.2012
3.
Zitat von sysopEs soll die ultimative Konjunkturstütze sein: Bis Ende 2014 will die US-Notenbank Fed den Leitzins bei null Prozent halten.*An den Finanzmärkten*treibt das vor allem den Euro-Kurs.*Die Gemeinschaftswährung*profitiert von der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811533,00.html
Seltsam - vor 2 oder 3 Tagen hiess es bei SPON noch, dass die amerikanische Wirtschaft sich besser erholt als die europäische Wirtschaft. Aber man lebt halt in einer schnellebigen Zeit - da ist das wohl normal das sich sogar die Realitäten der Weltwirtschaft innerhalb weniger Stunden ins Gegenteil verwandeln, um sich dann ein paar Tage darauf wieder ins Gegenteil zu verwandeln. Diese Artikel häufen sich in letzter Zeit bei SPON immer mehr. Das Schreiben um des Schreibens willen muss ja eine Art Sucht sein.
dunnhaupt 26.01.2012
4. USA auch weiterhin ohne Inflation
Zitat von peterhausdoerferes reicht wenn man besser ist als die anderen. Viele die über Deutschland jammern vergessen das es mit 1% GDP Neuverschuldung ganz anders darsteht als England und die USA die über 10% GDP Neuverschuldung haben, wobei Englands Wirtschaft derzeit sogar noch schrumpft. Berücksichtigt man das Wirtschaftswachstum und die Inflation TILGT Deutschland seine Schulden mit einem Tempo von 5% p.A. Kein wunder das Deutschland derzeit das Geld hinterhergeschmissen wird. Und was den Euro angeht sollte man nicht vergessen das die USA 2000 MRD Dollar einfach gedruckt haben, der Euro steht diesbezüglich viel besser da.
Entgegen den in Europa verbreiteten Ankündigungen, dass Bernankes Gelddrucken eine Inflation verursachen würden, ist dies nicht der Fall und Fed könnte sich daher ohne weiteres leisten, die US-Geldmenge noch weiter zu erhöhen. Die Nachricht dient offensichtlich der Marktberuhigung, denn es ist wichtig zu wissen, dass auch für die nächsten Jahre keinerlei Inflation in den USA zu erwarten ist.
Schelm 26.01.2012
5. Soso, letztlich konnte man hier...
Zitat von sysopEs soll die ultimative Konjunkturstütze sein: Bis Ende 2014 will die US-Notenbank Fed den Leitzins bei null Prozent halten.*An den Finanzmärkten*treibt das vor allem den Euro-Kurs.*Die Gemeinschaftswährung*profitiert von der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811533,00.html
...von Deutschen Foristen lesen, es sei das Ziel der Amerikaner den Euro zu zerstoeren!
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