Zins vorerst unverändert US-Notenbank leitet Abbau ihres Konjunkturprogramms ein

Der Leitzins der US-Notenbank bleibt unverändert vorerst. Ab Oktober sollen aber schrittweise Anleihen im Wert von fast 4,5 Billionen Dollar abgestoßen werden.

Fed-Chefin Janet Yellen
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Fed-Chefin Janet Yellen


Die US-Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der Leitzins bewege sich weiterhin in einem Zielkorridor von 1,00 bis 1,25 Prozent, teilte die Federal Reserve (Fed) nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses mit. Sie hatte den Zins zuletzt im Juni leicht erhöht. Die nächste Erhöhung erwarten die Märkte für den Dezember dieses Jahres.

Für 2018 werden drei Anhebungen des Leitzinses "Fed Funds Rate" erwartet. Auch dies entspricht den bisherigen Erwartungen. Dagegen wurde die Zinsprognose für Ende 2019 leicht von 2,9 auf 2,7 Prozent gesenkt. Ende 2020 dürfte der Leitzins gemäß Projektion bei 2,9 Prozent liegen. Der langfristig erwartete Zins wurde von 3,0 auf 2,8 Prozent gesenkt.

Die Prognosen der Fed errechnen sich aus den Erwartungen der einzelnen Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses FOMC. Jeder Notenbanker gibt seine persönlichen Prognosen ab. In der Folge werden die Einzelprognosen zu einem Median- oder Zentralwert verdichtet.

Billionen-Anleihen sollen nach und nach abgestoßen werden

Außerdem kündigte die Federal Reserve an, ab Oktober ihr Programm der Anleiheverkäufe langsam rückgängig zu machen, um die eigene Bilanz damit nach und nach abzubauen. Anleihen im Wert von fast 4,5 Billionen Dollar, angekauft zur Konjunkturstimulierung während der Finanzkrise, sollen schrittweise abgestoßen werden. Damit will die Fed Stimuli langsam wieder aus den Märkten nehmen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Auslaufende Wertpapiere aus dem Bestand der Notenbank werden dann zu einem Teil nicht mehr ersetzt. Die bislang konstant gehaltene Bilanzsumme kann so nun monatlich um zweistellige Milliardensummen schrumpfen. Der Abbau erfolgt schrittweise, wobei sich das Tempo mit der Zeit erhöht. Zunächst will die Bank zehn Milliarden Dollar pro Monat weniger für Anleihen ausgeben. Bis zum Oktober 2018 sollen es 50 Milliarden Dollar pro Monat werden.

Wie stark das Portfolio letztlich eingedampft wird, ist noch offen: Dass das Vorkrisen-Niveau von unter einer Billion Dollar wieder erreicht wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

An der Börse hat die mit Spannung erwartete Fed-Sitzung unterdessen kaum Spuren hinterlassen. Die Kurse gaben zwar kurzzeitig leicht nach, holten die Abgaben aber rasch wieder auf.

aev/dpa/AP/Reuters/AFP



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