Lockheed Martin US-Rüstungskonzern beurlaubt Tausende Mitarbeiter

Die Folgen des US-Haushaltsstreits für die Wirtschaft weiten sich aus: Nach dem Industriekonzern United Technologies will nun auch das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin ab Montag Tausende Mitarbeiter in den Zwangsurlaub schicken.


Washington - Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin Chart zeigen will ab Montag 3000 Mitarbeiter in den unbezahlten Zwangsurlaub schicken. Dauere der Shutdown weiter an, werde sich die Zahl der Beurlaubten Woche für Woche weiter erhöhen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die betroffenen Angestellten können demnach nicht arbeiten, weil die Einrichtung, in der sie arbeiten, von der Verwaltung geschlossen wurde oder weil eine Inspektion durch Regierungsbeamte derzeit nicht möglich sei. Das Unternehmen habe Betroffenen empfohlen, ihren verfügbaren Resturlaub einzusetzen, um die finanziellen Folgen möglichst gering zu halten, sagte die Vorstandsvorsitzende Marillyn Hewson. Sie hoffe, dass die Blockade in Washington möglichst schnell überwunden werde.

Am Donnerstag hatte bereits das Rüstungsunternehmen United Technologies (UTC) angekündigt, ab Montag 2000 Angestellte seiner Luftfahrtsparte in unbezahlten Zwangsurlaub zu schicken, weil wegen des Haushaltsnotstands die Inspekteure des Verteidigungsministeriums nicht mehr arbeiteten. Schlimmstenfalls müssten in einem Monat mehr als 5000 Angestellte zu Hause bleiben.

Ein Kompromiss im Streit um den US-Haushalt war am Freitag nicht in Sicht. Der Shutdown hat bereits auch Auswirkungen auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten: Sanktionen gegen Iran und Syrien können nicht mehr vom zuständigen Finanzministerium umgesetzt werden.

bos/AFP/AP

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spon-facebook-10000523851 04.10.2013
1. Wunderbar.....
solche Entlassungen gab's nach 9/11 und 2008 massenhaft. Wunderbare Moeglichkeit Arbeiter zu entlassen, Schuld zuzuweisen, die verbleibenden Arbeiter zu Hoechstleitung zu zwingen, Gehaelter und Lohne 10 - 20% zurueckzufahren, aussergehaltliche Verguetungen zu streichen, und nach ein paar Monaten die besseren der Gekuendigten zu geringerem Gehalt mit 10 Tagen Urlaub im Jahr und ohne Versicherung wieder einzustellen. Interessant war, dass Unternehmen in solchen "Krisenjahren" ungeheure Profite einfuhren. Tausende und Abertausende von Leuten ohne Job auf der Strasse, waehrend sich die Chefetagen dem Stockwerk entsprechend Millionen Boni zahlen und wunderschoene Weihnachtstage im Kreise ihrer lieben Familie verbringen. Nun, die Damen und Herren in Washington sind bereits auf ihren Steuerzahler finanzierten Reisen heim zu ihren Familien. Wen kuemmert's schon wenn tausende von Leuten nun wieder in der Arbeitslosenschlange stehen und vom ohnehin maroden Staat, also wieder von Steuerzahlern unterstuetzt werden muessen.
mobes 04.10.2013
2. Das Geld ist aus !!!
*Der Shutdown hat bereits auch Auswirkungen auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten: Sanktionen gegen Iran und Syrien können nicht mehr vom zuständigen Finanzministerium umgesetzt werden.* Was ? Jetzt doch kein Krieg mehr ? Super, dann hoffen wir mal, dass es noch lange so bleibt.
Viciente 04.10.2013
3. tja ..
.. ist doch völlig logisch - das sind die ersten; genau so wie sie diejenigen sind, die davon abhängig sind dass die usa ihre milliarden in die rüstung stecken und das material möglichst auch verbrauchen .. sonst hört doch die produktion auf! keine kriege mehr und den militäretat drastisch kürzen - und die arbeitslosenrate schnalzt hoch; der finanzindustrie wirds gefallen, denn dann macht die fed so weiter bzw. noch mehr. dieser ganze (kollektiv weltweite) wahn-sinn ist nicht mehr zu überbieten.
gustavsche 04.10.2013
4. Die Linken reden immer nur von Frieden und Abrüstung,
die Tea-Party macht einfach bzw. lässt machen. Obama war ja auch nur ein Friedensrethoriker; sein Geschwafel hat ihm noch vor Amtsantritt den Friedensnobelpreis beschert und er war blöd genug, diesen anzunehmen. Es ist gut, dass Obama nicht einfach so durchregieren kann. Die Amerikaner haben schon seit ihrer Unabhängigkeit vom Königreich verinnerlicht, dass es nicht im Sinne der Nation ist, wenn eine Regierung leicht regieren kann. Das gesamte politische System der USA ist auf Checks und Balance ausgerichtet. Hier in Deutschland ist das ein Fremdwort, man verachtet parlamentarische Kontrolle und wünscht sich die große Koalition, weil die so reibungslos funktioniert. Unglaublich aber auch, dass die Abwracker der Regierung Merkel/Steinmeier so einen guten Ruf in der Bevölkerung haben. Die USA mögen viele Schulden haben, aber die Bewertungen der amerikanischen Staatsanleihen sind besser als die der europäischen. Das verstehen viele Leute hierzulande nicht, aber es ist eigentlich ganz einfach: Die USA haben die dynamischere Volkswirtschaft und haben das stabilere politische System. Undenkbar ist es, dass so eine Gestalt wie Chavez an die Macht kommt und alle Schulden für nichtig erklärt. In Europa muss man immer damit rechnen. Ich jedenfalls werden bevorzug in amerikanische Unternehmen investieren. Ich jedenfalls trinke gleich noch einen Tee und wünsche mir für Deutschland und Europa eine echte Austeritätspolitik der Ausgaben- und Steuersenkung. Ein Tea Party für Deutschland... das wär's doch.
sushiboi 05.10.2013
5.
Dann werden halt ein paar Rüstungsgüter weniger hergestellt. Darüber wird sich sicher keiner beschweren. Und vielleicht ist das ja die Gelegenheit für ein paar Angestellte im zivilen Sektor eine alternative langfristige Beschäftigung zu finden.
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