US-Untersuchungsbericht Hall of Shame der Finanzkrise

Reuters

Von , New York

6. Teil: Charles Prince


Charles Prince, der damalige Chairman und Vorstandschef des seinerzeit weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup, geistert wie ein böses Phantom durch den Bericht. So habe er den Kollaps des US-Immobilienmarkts als "völlig unerwartet" bezeichnet - obwohl andere Experten längst von einem Crash ausgingen.

Citi habe sich selbst voll ins Subprime- und CDO-Geschäft gestürzt - "mit schlimmen Konsequenzen". Der Moloch habe sich immer mehr aufgeblasen, habe immer mehr kleinere Finanzfirmen geschluckt. Als die Citigroup Associates First kaufte, die zweitgrößte Subprime-Bank der USA, protestierte Martin Eakes, der Gründer der Kommunalsparkasse Self-Help Credit Union: "Es ist einfach inakzeptabel, dass die größte Bank Amerikas die Ikone der räuberischen Kreditvergabe übernimmt."

Das Geschäftsgebahren von Citi sei so dubios gewesen, so die FCIC, dass Prince "mehr als die Hälfte seiner Zeit" damit verbracht hätte, die argwöhnischen Aufsichtsbehörden zu beschwichtigen. Trotzdem habe sein Kollege Robert Rubin - Ex-Finanzminister unter Bill Clinton, Ex-Chef von Goldman Sachs und inzwischen Leiter des Citi-Aufsichtsrats - dazu gedrängt, "noch mehr Risiken einzugehen".

Auch Citi sei sich der Gefahren bewusst gewesen. Ein internes Memo habe schon 2006 die eigenen Praktiken "in Frage gestellt" und vor Interessenskonflikten gewarnt, wenn CDO's nur gehandelt würden, um "Gebühren zu generieren", ohne die Risiken zu beachten. "Das Ergebnis", schreibt die FCIC, "waren so hohe Verluste, dass sie mithalfen, das riesige Finanzkonglomerat bis an den Rande des Scheiterns zu bringen."



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LeisureSuitLenny 28.01.2011
1. Konsequenzen dürfte der Bericht wohl keine haben
Natürlich nicht. Konzerne und Staat sind übereingekommen das Steuergeld ganzer Generationen in diesem einmaligen Moment privatisieren zu können. Da stellt sich keiner hin und zeigt mit dem Finger. Es gibt zu viele Profiteure - systemkritisch, alternativlos, steinreich und ausgesorgt für die ganze Sippe.
Michael KaiRo 28.01.2011
2. Die Hoffnung stirbt zuletzt
Zitat von LeisureSuitLennyNatürlich nicht. Konzerne und Staat sind übereingekommen das Steuergeld ganzer Generationen in diesem einmaligen Moment privatisieren zu können. Da stellt sich keiner hin und zeigt mit dem Finger. Es gibt zu viele Profiteure - systemkritisch, alternativlos, steinreich und ausgesorgt für die ganze Sippe.
Ich bin geduldiger! Der Kas ist noch nicht gegessen. Und wenn, dann dürfte so etwas keine Rolle spielen: *... konnten sich vor Ort mit den Sicherheitsvorkehrungen des Gebäudekomplexes vertraut machen. In den Aufzügen prüfen Augenscanner die Identität des Besuchers, kugelsicheres Fensterglas soll die künftigen Bewohner vor Beschuss schützen.* (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740588,00.html)
joe49 28.01.2011
3. wenn man denn wenigsten etwas daraus lernen wuerde
der Gier ein Ende setzen und die ichtigen Schluesse ziehen wuerde.
Mistermambo 28.01.2011
4. nun kommt mal wieder zurück...
keine Ahnung, in wessen Interesse es sein könnte, diesen Humbug über die Weltherrschaft der Juden und ihre gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen zu verbreiten. Das eigentliche Problem dürfte aber die konfessionsübergreifende Geldgier sein. Ich meine etwas über die Deutsche Bank gelesen zu haben. Wird Josef Ackermann nun auch beim Juden mit eingemeindet oder ist er die Ausnahme, die die Regel bestätigt? Was auch im Ausgangs-Artikel nur entfernt anklingt ist die Rolle des Ex-US-Finanzministers Paulson in der Finanzkrise. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass er es seinem Ex-Konkurrenten - den Gebrüdern Lehmann - endlich mal zeigen wollte. Anders ist es nicht zu erklären, dass manche Banken in gröbster Schieflage noch gerettet wurden, während Lehmann-Bros. als nicht systemrelevant eingestuft wurde. Ich bin mir nahezu sicher, dass Paulson die Finanzkrise aus rein persönlichen Motiven mit ingang gesetzt hat - ohne Rücksicht auf Verluste.
Clawog 28.01.2011
5. Fazit einer Finanzkrise
Von Menschen gemacht und gewollt. Was der Mensch auch anstellt, es muß mit rechten Dingen zugehen. Wenn nicht, wird das System keinen Mitleid kennen. Der Weg zurück zur Realität ist lang und beschwerlich. Trotzdem wundert man sich, was bei diesem Massenbetrug die wirkliche Motivation und Masterplan gewesen ist.
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