Spenden im US-Wahlkampf Deutsche Konzerne finanzieren Wahlkampf von Klimaleugnern

Auch Firmen aus Deutschland beteiligen sich traditionell an der Finanzierung des Wahlkampfs von Demokraten und Republikanern. Unter den Empfängern finden sich Kandidaten mit zweifelhaften Überzeugungen.
Bayer: Spenden für den US-Wahlkampf

Bayer: Spenden für den US-Wahlkampf

Foto: Oliver Berg/ dpa

US-Präsidentschaftswahlen sind Materialschlachten, finanziert mit für deutsche Verhältnisse grotesk anmutenden Milliardensummen. Das Geld dafür kommt durch Spenden zusammen – auch aus der deutschen Wirtschaft.

Über US-Tochterfirmen deutscher Konzerne sind in diesem Jahr insgesamt knapp drei Millionen US-Dollar (gut 2,5 Millionen Euro) in den US-Wahlkampf geflossen. Gut die Hälfte des Geldes (50,2 Prozent) ging dabei laut einem Bericht der Zeitung "Welt" vom Dienstag an die Republikaner von US-Präsident Donald Trump. Bei der Wahl 2016 hatte der Anteil mit 64 Prozent allerdings noch deutlich höher gelegen, obwohl Trump damals noch als krasser Außenseiter in das Rennen gegen die Demokratin Hillary Clinton gegangen war.

Nach US-Recht sind Wahlkampfspenden eigentlich nur Einzelpersonen erlaubt. Allerdings gibt es sogenannte Political Action Committees (PAC), die – häufig gesteuert von leitenden Managern der beteiligten Firmen – Spenden der Mitarbeiter einsammeln und zentral weiterleiten.

Die "Welt" berief sich dabei auf eine Auswertung amtlicher Datenbanken durch das "Center for Responsive Politics" mit Sitz in Washington. Nach dessen Auffassung sind die Spenden tatsächlich den Unternehmen zuzuschreiben, da diese deren Weitergabe steuern.

Größte Spender sind dem Bericht zufolge nach dieser Definition die Deutsche Telekom mit 1,065 Millionen Dollar vor dem Chemiekonzern BASF (423.250 Dollar), Fresenius Medical Care (413.000 Dollar) und Bayer (313.500 Dollar). Laut "Welt" ließen diesmal BASF, Continental, Fresenius Medical Care und Siemens – anders als vor vier Jahren – den Demokraten von Joe Biden mehr Geld zukommen als den Republikanern.

Die Berliner "tageszeitung" hatte am Wochenende hingegen etwas andere Zahlen berichtet. So sei das Geld von Bayer mehrheitlich (58 Prozent) an die Republikaner geflossen, insbesondere an Kandidaten für Senat und Repräsentantenhaus. "Das Bayerpac unterstützt Kandidaten, die im Einklang mit den politischen Zielen von Bayer stehen", zitierte das Blatt dazu einen Konzernsprecher von Bayer (den ganzen Artikel finden Sie hier ).

Unter den Empfängern sind demnach unter anderem die republikanische Senatorin Joni Ernst sowie der Abgeordnete Blaine Luetkemeyer. Beide behaupteten, es gebe keinen menschengemachten Klimawandel. Die "taz" verwies auch auf Unterstützung von Trump für Bayer gegen Schadenersatzklagen wegen des umstrittenen Herbizids Glyphosat und für die Wiederzulassung des umstrittenen neuen Wirkstoffs Dicamba, der zuvor in den USA wegen Umweltschädigungen verboten worden war.

beb/afp
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