Streit mit Komikerin US-Boss wird nach Schimpftirade Bonus gekürzt

Jeffrey Mezger ist Chef eines US-Baukonzerns - und Nachbar der Komikerin Kathy Griffin. Nachdem Mezger sie unter anderem als "glatzköpfige Lesbe" beschimpfte, wurde sein Bonus um ein Viertel gekürzt. Bei Wiederholung droht der Rausschmiss.

Jeffrey Mezger im Jahr 2007
AP

Jeffrey Mezger im Jahr 2007


Seine Schimpftirade gegen eine prominente Nachbarin hat den US-Manager Jeffrey Mezger 25 Prozent seiner jährlichen Bonuszahlung gekostet. Das teilte das von ihm geleitete Unternehmen KB Home mit, einer der größten Hausbaukonzerne der USA.

Mezger lebt Tür an Tür mit der prominenten Komikerin Kathy Griffin. Am Dienstag hatte die "Huffington Post" Audioaufnahmen von Sicherheitskameras veröffentlicht, auf denen Mezger Griffin unter anderem als "glatzköpfige Lesbe" (bald dyke) beschimpft und sagt: "Lass uns den Krieg erklären, Arschloch."

Hintergrund des Streits war offenbar, dass sich Griffin und ihr Lebensgefährte Randy Bick bei der Polizei über eine Ruhestörung beschwert hatten. Mezger zufolge ging es dabei um seine drei jungen Enkelkinder, die an einem Samstag gegen acht Uhr abends im Swimmingpool gespielt hätten. Die "Huffington Post" berichtete, Griffins und Bick hätten bereits kurz nach ihrem Einzug vor einem Jahr ähnliche Beschwerden eingelegt.

In einer offiziellen Mitteilung von KB Homes heißt es, Mezger sei zwar "ein großartiger Führer", sein Verhalten jedoch inakzeptabel. Sollte es erneut zu ähnlichen Vorfällen kommen, werde Mezger gefeuert.

dab/AP

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
sven2016 21.09.2017
1.
Nicht schlecht. Obwohl das mit "großartiger Führer" stark abstrahiert. Persönliche Verantwortung für öffentliches Fehlverhalten wäre bei Führungspersonen eine gute Sache. Das traut sich bei uns aber kein Vorstand/Aufsichtsrat.
fitzke 21.09.2017
2. totale Überwachung
Ein Nachbarschaftsstreit ist etwas urprivates. Was das mit der Tätigkeit des Mannes in dem von ihm geleiteten Unternehmen zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Jetzt ist es also schon so weit, dass Männer mit Videokameras überwacht werden und ihr Fehlverhalten gegen Frauen ohne eine rechtliche Grundlage oder Gerichtsverhandlung zu Strafen führen. Wie perfide ist das denn? Ein Signalwirkung an alle Männer: benehmt euch, sonst hat das für euch Konsequenzen? Das beinhaltet mehr rechtes Gedankengut als alle Proteste um irgendwelche Reiterstatuen im Süden der USA. Als Komekerin (ich kenne die Künstlerin nicht) weiß die Betroffene doch mit Grenzüberschreitungen umzugehen. Für ihre Kunst erwartet sie eine Bühne der Toleranz, wenn sie (vermutlich) gerne Männer karikiert und sich auf Kosten anderer bereichert. Und dann zeigt sie sich auch noch intolerant gegenüber Kindern. Verachtenswert.
katjastorten 21.09.2017
3. Sozialadäquat
Wenn ich die Oma gewesen wäre, wäre der Ausdruck "fuck you" mein harmlosestes Mittel gewesen. Die Nachbarin und ihr Mann waren gegen das Kindergeschrei um 8 Uhr im Pool. Zum Glück leben wir unter verständigen Gerichten, die den Kinderlärm zulassen. Danke an die Justiz!
guentherzaruba 21.09.2017
4. Das Bild ......
... könnte auch Herr Bannon sein, sind das Verwandte ???
OompaLoompaOfScience 21.09.2017
5. @fitzke
So gut wie jedes Großunternehmen in den USA hat einen verbindlichen Verhaltenskodex, welcher regelt wer mit wem ins Bett gehen darf, wie man sich in der Öffentlichkeit zu verhalten hat, und so weiter. Wenn der CEO so eklatant dagegen verstößt, dann wird eben der Bonus gekürzt. Das hat mit der Komikerin, oder mit einem Streit zwischen Mann und Frau, erstmal gar nichts zu tun.
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