USA Ex-Chef von Opioid-Hersteller muss ins Gefängnis

Der Gründer des US-Pharmakonzerns Insys hat laut einem Urteil Ärzte bestochen, damit diese Patienten ein süchtig machendes Opioid-Spray verschreiben. Nun muss John Kapoor in Haft.
Insys-Gründer John Kapoor im Januar 2019 vor dem Gericht in Boston

Insys-Gründer John Kapoor im Januar 2019 vor dem Gericht in Boston

Foto: Steven Senne/ AP

Die Opioidkrise in den USA hat bereits Hunderttausende Opfer gefordert, nun ist der Gründer und frühere Chef des Schmerzmittelherstellers Insys zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der 76-jährige John Kapoor wurde von einem US-Gericht zu einer Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Bereits im Mai hatte ihn ein Gericht in Boston zusammen mit vier weiteren Angeklagten der Bestechung von Ärzten für schuldig befunden.

Die Beschuldigten hatten Ärzten nach Ansicht des Gerichts jahrelang Schmiergelder in einer Gesamthöhe von mehr als zehn Millionen Dollar gezahlt, damit diese Patienten das Fentanyl-Spray Subsys verschreiben - ein starkes und süchtig machendes Opioid für Krebspatienten im Endstadium. Das Mittel ist 50 bis 100 Mal stärker als Morphin.

Das Unternehmen verlangte von Ärzten, große Mengen des Medikaments zu verschreiben und auch Patienten eine hohe Dosierung zu empfehlen, die das Mittel eigentlich nicht brauchten. Die Schmiergeldzahlungen wurden als Honorare für Reden der Ärzte bei Veranstaltungen verschleiert.

In den USA sind Millionen Menschen von Opioiden abhängig. In weniger als zwei Jahrzehnten starben mehr als 400.000 Menschen an einer Überdosis. Allein im Jahr 2017 gab es den Behörden zufolge landesweit rund 47.600 Todesfälle.

kko/AFP
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