Wall Street Finanzlobby steckte Milliarden in den US-Wahlkampf

Die Wall Street hat im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf zwei Milliarden Dollar für Lobbyarbeit und Kampagnenfinanzierung ausgegeben - ein Rekord. Offenbar zahlen sich die gigantischen Investitionen aus.
Donald Trump unterzeichnet die Revision des "Dodd-Frank-Gesetzes"

Donald Trump unterzeichnet die Revision des "Dodd-Frank-Gesetzes"

Foto: KEVIN LAMARQUE/ REUTERS

Die Finanzindustrie hat im Laufe des vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampfs insgesamt zwei Milliarden Dollar für Lobbyarbeit und Kampagnenfinanzierung ausgegeben - so viel wie noch nie zuvor. Das berichtet die "Financial Times"  und beruft sich auf eine Studie der Organisation "Americans for Financial Reform", eine Nichtregierungsorganisation, die sich für härtere Regeln für die Wall Street einsetzt.

Großbanken, Hedgefonds und Fondsgesellschaften haben demnach so viel Geld investiert, weil sie damit Regeln und Gesetze in der Finanzbranche zu ihren Gunsten beeinflussen wollen. Laut der Studie seien die Spenden der Finanzlobby im Vergleich zum Wahlkampf im Jahr 2012 um ein Drittel höher gewesen.

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Die milliardenschweren Investitionen scheinen sich nun auszuzahlen: Keine Branche profitiert so sehr von Trumps Wahlsieg wie die Finanzindustrie. Denn US-Präsident Donald Trump hat begonnen, einige nach der Finanzkrise beschlossenen Maßnahmen zurückzufahren. Die Banken profitieren etwa davon, dass das Dodd-Frank-Gesetz entschärft werden soll. Das mehr als 800 Seiten umfassende und nach zwei Kongressabgeordneten benannte Gesetz soll eigentlich verhindern, dass es noch einmal zu einer Finanzkrise wie im Jahr 2007 kommen kann.

Insgesamt haben die Aktien des US-Finanzsektors seit Trumps Wahlsieg am 8. November 2016 rund 33 Prozent an Wert gewonnen - fast dreimal so viel wie der Börsenindex S&P 500, der die Aktienkurse der 500 größten US-Unternehmen abbildet.

hej
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