Spionagevorwurf US-Regierung setzt Huawei auf schwarze Liste

Nachdem US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hatte, folgt nun der nächste Schritt gegen das chinesische Unternehmen.

US-Firmen dürfen ohne Genehmigung der Regierung keine Geschäfte mehr mit Huawei machen
Charles Platiau/REUTERS

US-Firmen dürfen ohne Genehmigung der Regierung keine Geschäfte mehr mit Huawei machen


Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei wird an diesem Freitag auf die US-Liste gebannter Unternehmen gesetzt. Das kündigte US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross an. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu tätigen.

Die Ankündigung folgt einem Dekret von US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch den nationalen Telekommunikationsnotstand ausgerufen hatte. Trump wirft Huawei vor, mit seinen Produkten könne China Spionage betreiben. Das Unternehmen weist dies zurück.

Europäische Staaten lehnten die Forderung der USA ab, ebenfalls Sanktionen zu erlassen. Huawei oder jegliche andere Firmen zu blockieren sei keine Perspektive, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Einen Technologie- oder Handelskrieg mit einem anderen Land zu beginnen sei nicht angemessen, sagte er.

Der chinesische Konzern kündigte an, die Entscheidung der US-Regierung anzufechten. Huawei warnte, die Sanktionen könnten Zehntausende Arbeitsplätze in den USA gefährden. Amerikanische Geschäftspartner von Huawei könnten einen ernsthaften wirtschaftlichen Schaden nehmen. Zudem werde die Zusammenarbeit und das Vertrauen in die weltweiten Lieferketten beschädigt.

Auch würden die USA ohne Huawei bei der Bereitstellung des Mobilfunkstandards 5G zurückbleiben. Das Unternehmen teilte mit, dass es "bereit und gewillt" sei, "mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten und wirksame Maßnahmen zur Gewährleistung der Produktsicherheit zu treffen".

hba/REUTERS/AFP/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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equigen 17.05.2019
1. Huawei muss halt die Hintertüren für die NSA einbauen
Dann dürfen deren Geräte bestimmt in den USA wieder eingesetzt werden... Aber saubere, sichere, die man nicht anzapfen kann - ne, das geht ja nicht.
urmedanwalt 17.05.2019
2. Das sagt der Richtige
Dass ausgerechnet dieser Präsidenten - Rüpel im Lande von NSA, CIA und noch ein paar anderen schwer im Datenschutz verankerten Behörden und Firmen (Microsoft, Google, Amazon usw.) die Chinesen der Spionage verdächtigt, ist ein Treppenwitz. Meine Güte, für wie blöd hält der Kerl den Rest der Welt?
Flauschie 17.05.2019
3. Ericsson und Nokia Networks wird's freuen
Gut für Europa also. China blockt westliche Unternehmen wie z.B. Google oder erzwingt Joint-Ventures. Es wird endlich Zeit, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt.
hugahuga 17.05.2019
4.
Alle Schwarzen Listen dieser Welt werden den Vorsprung Chinas nicht zunichte machen können. In dieser und zunehmend auch in anderen Technologien. Amiland wird sich daran gewöhnen müssen, nur noch die 2. Geige zu spielen.
go-west 17.05.2019
5. Wieviel Tage
ist dieser rotblonde hochbegabte und hochintelligente Mann noch an der Macht? Amis, setzt ihn ab bevor noch etwas richtig Schlimmes passiert. Er ist mit seiner einfach strukturierten Denkweise eine reelle Gefahr für diese Welt.
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