Schmerzmittelsucht in den USA Walmart zahlt mehr als drei Milliarden Dollar wegen Opioidkrise

In den USA wird Unternehmen vorgeworfen, mitverantwortlich für die Medikamentensucht von Millionen Menschen zu sein. Walmart wurde bereits zu einer hohen Geldstrafe verurteilt – und hat nun einen teuren Vergleich geschlossen.
Bei Walmart kann so gut wie alles gekauft werden – das wird für den Konzern nun teuer

Bei Walmart kann so gut wie alles gekauft werden – das wird für den Konzern nun teuer

Foto: Brendan Smialowski / AFP

Im Zuge der Opioidkrise in den USA zahlt der Supermarktriese Walmart 3,1 Milliarden Dollar Schadensersatz. In einem Vergleich sollen dafür von Bundesstaaten, Landkreisen, Gemeinden und Indigenen-Stämme angestrengte Justizverfahren gegen Walmart eingestellt werden, wie der Konzern, der in seinen Märkten auch Apotheken betreibt, mitteilte.

Walmart erklärte, das Geld werde Gemeinden im ganzen Land »im Kampf gegen die Opioidkrise helfen«. Der noch nicht endgültig beschlossene Vergleich stelle aber kein Schuldeingeständnis dar.

Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York, Letitia James, erklärte, Apotheken hätten eine »unbestreitbare Rolle« bei der durch Opioiden angerichteten »Zerstörung« gespielt. Der jetzt vereinbarte Vergleich enthalte zahlreiche Vorgaben für »deutliche Verbesserungen, wie Walmarts Apotheken mit Opioiden umgehen.«

Andere Apothekenketten zahlten bereits 10 Milliarden Dollar

Vor rund zwei Wochen hatten sich bereits die Apothekenketten CVS und Walgreens zur Zahlung von insgesamt zehn Milliarden Dollar Schadensersatz bereit erklärt, um laufende Verfahren zum Abschluss zu bringen.

In den vergangenen 20 Jahren sind in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an den Folgen einer Opioidüberdosis gestorben. Das umfasst sowohl verschriebene Schmerzmittel als auch illegale Drogen wie Heroin.

Viele Experten führen die Opioidkrise auf die übermäßige Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel zurück, die bis Mitte der Neunzigerjahre noch der Behandlung von Schwerstkranken vorbehalten waren. Den Herstellern sowie Großhändlern und Apotheken wird vorgeworfen, die Mittel aggressiv beworben und auf Warnzeichen der Suchtkrise nicht reagiert zu haben.

Die Opioidkrise hat zu einer landesweiten Klagewelle gegen Unternehmen der Pharmabranche geführt. In vielen Fällen wurden Vergleiche geschlossen. So erklärten sich der Pharmariese Johnson & Johnson und drei Medikamentengroßhändler im vergangenen Jahr zur Zahlung von 26 Milliarden Dollar bereit. Es gab aber auch Urteile: So wurden CVS, Walgreens und Walmart im August zur Zahlung von 650 Millionen Dollar an zwei von der Opioidkrise schwer betroffene Landkreise im Bundesstaat Ohio verurteilt.

svs/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.