Trotz Trumps Steuersenkung US-Wirtschaft verliert stark an Schwung

Verpufft die Wirkung von Trumps Steuersenkung bereits? In den USA hat sich das Wirtschaftswachstum abgekühlt - und entfernt sich wieder von den drei Prozent, die der Präsident versprochen hat.

US-Hafen Long Beach (Archiv)
AFP

US-Hafen Long Beach (Archiv)


Die US-Wirtschaft hat Ende 2018 stärker als erwartet an Schwung verloren. Zwischen Oktober und Dezember wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. In einer früheren Schätzung war noch von einem Plus von 2,6 Prozent die Rede. Im vorangegangenen dritten Quartal 2018 waren noch 3,4 Prozent gewesen.

Neben der schwächeren Weltkonjunktur haben auch die nur noch moderat steigenden Konsumausgaben das Wachstum gebremst. Im Gesamtjahr 2018 wuchs die größte Volkswirtschaft der Welt um 2,9 Prozent.

Damit wurde das von Präsident Donald Trump ausgegebene Ziel von drei Prozent knapp verfehlt. Trump hatte zuvor die Konjunktur kräftig mit einem Steuersenkungspaket mit einem Volumen von etwa 1,5 Billionen Dollar angekurbelt. Jüngst hatte er der Notenbank Fed vorgeworfen, mit ihren Zinserhöhungen eine weit höhere Wachstumszahl verhindert zu haben. Die Fed setzt daraufhin die Zinserhöhungen aus.

beb/Reuters



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sven2016 28.03.2019
1. Trump hat einfach eine Zahl geraten.
Das ist sein Stil. Wenn die nicht stimmt, tragen andere die Schuld. So hat man immer Recht. Sehr simpel. Und die anderen Simpel sind begeistert davon.
DerDifferenzierteBlick 28.03.2019
2. Absehbar, nur der Zeitpunkt war (ist) fraglich
Nachdem Trump in einer (von seinem Vorgänger Obama eingeleiteten) massiven Aufschwungphase zusätzlich noch die Wirtschaft mit Steuergeschenken in Billionenhöhe und massiver Deregulierung angefeuert hat, gab es (logisch) erstmal sehr starke Wachstumszahlen. Da Trump durch seine Anti-Handelspolitik gleichzeitig aber die Grundlagen der heutigen Weltpolitik beschädigt hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Strohfeuer ausgebrannt war und sich die eigentlichen Effekte seiner destruktiven Politik zeigen würden. Sollte das tatsächlich jetzt schon sichtbar werden (einiges spricht dafür: Konsum geht zurück, Importe gehen zurück, Wachstum geht zurück), dann könnte es sich in 1-2 Jahren (knapp vor den nächsten Wahlen) auch tatsächlich zu für die Bevölkerung spürbaren Effekten (Entlassungen, Einkommenseinbußen etc.) kommen. Dann würden Trumps auf mäßigem Niveau halbwegs stabile Umfragewerte (40-44%, die Mehrheit ist konstant gegen ihn) wohl deutlich sinken, da viele Kernwähler ihn zwar aufgrund seiner Art auch nicht so toll finden, aber aus unerfindlichen Gründen glauben, er würde zumindest in der Wirtschaft eine gute Politik machen.
DougStamper 28.03.2019
3. Fake News
Das kann doch gar nicht sein. Der heiland hat verkündet, das die Wirtschaft um 3 % wachsen möge. Wie kann die dann nur um 2,9 wachsen. Da sind bestimmt wieder die Mexikaner schuld die einfach so -0,1 Wachstum über die Grenze geschmuggelt haben. Oder die bösen Medien die einfach weniger Zeitungen verkauft haben um den heiland zu ärgern. Ich schau mal fix bei Twitter ... ok, Entwarnung. Der Heiland hat verkündet es war das größte Wirtschaftswachstum aller Zeiten, maybe ever. Puuuhhhh, nochmal Glück gehabt.
nofreemen 28.03.2019
4. warum sollte Trump schuld sein
Die null-Zins Politik der West- Banken tragen dazu bei das die Wirtschaft flaut. Trumps Protektionismus auch aber weniger. Im übrigen ist es nicht falsch wenn der Verbrauch zurück geht. Klar, Firmen wollen immer mehr Gewinn, aber der Umwelt zuliebe sollte man die Erde nicht noch mehr ausplündern. Recycling und Wiederverwendung fördern.
hpcaesar 28.03.2019
5. FED ist unabhängig
Sie erwecken den Eindruck, die FED habe aufgrund von Trumps Kritik die Zinserhöhungen ausgesetzt. Stimmt nicht: sie haben die Zinsen bis Ende 2018 trotz Trumps Kritik erhöht. Die FED hätte wohl auch weiter erhöht, wenn das volkswirtschaftlich geboten wäre. Ist es aber nicht mehr. Trump selbst schützt die Industrie vor einer Überhitzung durch Kostenanstiege aufgrund der Anhebung der Einfuhrzölle. Da braucht man keine höheren Zinsen mehr...
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