Handelsstreit mit USA Autozölle könnten deutsche Hersteller mit Milliarden belasten

Donald Trump drohte zuletzt wieder mit Zöllen auf europäische Autos. Laut Bundesregierung könnte die deutsche Autobranche unter den betroffenen Ländern "am stärksten betroffen sein".
Autoverladung in Oakland, USA

Autoverladung in Oakland, USA

Foto: Ben Margot/AP/dpa

Eine Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und der EU könnte die deutsche Autoindustrie empfindlich treffen. Nach Einschätzung der Bundesregierung könnte eine deutliche Erhöhung der US-Zölle auf Autos die Autobranche hierzulande jährlich bis zu sieben Milliarden Euro kosten.

Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine FDP-Anfrage berichtete, ergaben unterschiedliche Berechnungen, "dass der negative Effekt in Deutschland bei einer Größenordnung von fünf bis sieben Milliarden, also etwa 0,2 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts, liegen könnte".

Ausgegangen wurde dabei von einer Anhebung der Zölle von derzeit 2,5 Prozent auf 25 Prozent. Deutschland dürfte dabei unter den vier abgefragten Ländern - neben Kanada, Japan und Mexiko - in absoluten Zahlen "am stärksten betroffen sein", heißt es in der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage von FDP-Fraktionsvize Michael Theurer.

FDP sieht die Kanzlerin am Zug

Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchtet die Bundesregierung jedoch nicht. In Deutschland dürften mögliche Auswirkungen "angesichts der geringen gesamtwirtschaftlichen Effekte und der anhaltend hohen Arbeitskräftenachfrage kaum ins Gewicht fallen", heißt es.

Theurer warf der Regierung hingegen vor, das Problem kleinzureden, "sicher auch aus diplomatischen Gründen". Die Auswirkungen dürften "größer sein als dargestellt", sagte er dem "Handelsblatt". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse das Thema deshalb "zur Chefsache machen und dafür sorgen, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und der EU nicht weiter verschärft".

Der Handelskonflikt zwischen Washington und Brüssel hatte sich nach einem Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli zunächst entspannt. Die EU hatte der US-Regierung zudem das Angebot gemacht, alle Autozölle abzuschaffen. Das wiederum hatte Trump zuletzt abgelehnt. Er brachte wieder Strafzölle auf Autos aus der EU ins Spiel. Kommissionspräsident Juncker kündigte für diesen Fall Gegenzölle an.

mmq/AFP
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