Untersuchung der Stiftung Warentest Gutes Vanilleeis gibt's auch günstig

Vanilleeis aus dem Supermarkt ist laut Stiftung Warentest besser geworden. Testsieger wurde eines der teuersten Produkte - aber auch Discounter-Eis schneidet gut ab. Schlechtere Noten gab es für vegane Varianten.

Geschmäcker sind verschieden, doch auch die Preisunterschiede bei Vanilleeis sind enorm. Während für ein Kilogramm Grandessa-Premium-Eis bei Aldi Süd weniger als zwei Euro fällig werden, müssen Verbraucher für die gleiche Menge Häagen-Dasz schon mal rund 15 Euro bezahlen. Dabei sind die qualitativen Unterschiede zwischen den Eiscremes der Supermärkte einem aktuellen Test der Stiftung Warentest zufolge oft nur gering: 11 der 19 untersuchten Produkte erhalten demnach das Qualitätsurteil "gut".

Auch die beiden genannten Produkte schnitten gut ab, Testsieger Häagen-Dasz ("gehaltvolle Eiscreme ohne Zusatzstoffe") liegt den Testern zufolge dabei nur knapp vor dem Konkurrenten Mövenpick, wohl vor allem dank seines hohen Sahnegehalts von 39 Prozent. Das Aldi-Eis erhält auf Platz drei den Titel "Preis-Leistungs-Sieger". Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier .

Insgesamt wurde Vanilleeis aus dem Supermarkt besser bewertet als bei einem ähnlichen Test vor zehn Jahren. Während die Hersteller damals noch gern mit Vanillin nachhalfen, lag der Gehalt an echter Vanille in den getesteten Produkten im Schnitt nun doppelt so hoch wie damals - trotz gestiegener Vanillepreise. Den synthetischen Ersatz konnten die Tester gar nicht mehr entdecken.

Farbe oder Punkte im Eis sind unwichtig

Doch auch dieses Mal gab es Produkte, die wegen eines nur sehr niedrigen Vanillegehalts schlechter bewertet wurden. So erhielten beispielsweise das Vanilleeis von Langnese-Cremissimo und das laktosefreie Minus L nur ausreichende Gesamturteile, das von Eismann schnitt gar mangelhaft ab.

Nur befriedigend bis mangelhaft bewerteten die Tester auch die getesteten veganen Vanilleeisprodukte. Die Varianten schmecken den Testern zufolge oft nach fremden Aromen, mit denen das fehlende Milchfett ersetzt wird. Zum immerhin noch mit der Gesamtnote 2,7 bewerteten Eis Carlotta heißt es: "Die Hauptzutat Kokosmilch ist offenbar selbst für einen überdurchschnittlichen Vanillegehalt zu dominant im Geschmack."

Ob vegan oder mit ordentlich Sahne: Auf die Farbe kommt es für gutes Vanilleeis nicht an. Wie viel Vanille drin ist, lässt sich nur schmecken. Die schwarzen Pünktchen der gemahlenen Schoten oder der Farbstoff Karotin sollen das Eis zwar optisch attraktiv erscheinen lassen, doch seien sie für die Qualität des Eises unerheblich, Testsieger Häagen-Dasz kommt ganz ohne aus.

Testsieger Häagen-Dasz in einer Fabrik in Frankreich

Testsieger Häagen-Dasz in einer Fabrik in Frankreich

Foto: Denis Charlet / AFP

Neben Aussehen, Textur, Konsistenz und Geschmack - zusammen entscheidend für 50 Prozent der Gesamtnote - bezogen die Tester auch mögliche Aroma- oder Schadstoffe, die Verpackung und Kennzeichnung sowie die mikrobiologische Qualität in ihre Urteile mit ein. Manche Eiscremes werden auch noch ordentlich mit Luft aufgeschlagen und sind dadurch besonders cremig. Andere Eissorten werden dagegen im Froster so fest, dass man sie erst nach eine Weile in der Wärme portionieren kann. Auf eine Kugel vom Testsieger muss man laut Stiftung Warentest sogar bis zu 15 Minuten warten. Zum Glück ist es derzeit aber ja heiß in Deutschland.

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