Umsatz- und Einnahmerückgang Vapiano ist zahlungsunfähig

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren zuvor schon erdrückend. Jetzt kann die Restaurantkette Vapiano auch durch die Coronakrise die Zahlungsfähigkeit nicht mehr aufrechterhalten.
Vapiano-Restaurant in Köln: Covid-19-Hilfe kommt zu spät

Vapiano-Restaurant in Köln: Covid-19-Hilfe kommt zu spät

Foto: Oliver Berg/ dpa

Die Folgen des Coronavirus haben die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano noch tiefer in die Krise getrieben. "Aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs ist zum heutigen Tag der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit für die Vapiano SE eingetreten", teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit. Zugleich richtete das Unternehmen einen "dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise". Damit hofft der Vorstand, den innerhalb einer Frist von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können.

Die Vapiano SE verzeichne wegen der Corona-Krise weitere drastische Umsatzeinbußen und erwarte einen weiteren Rückgang des Ergebnisses, schrieb Finanzvorstand Lutz Scharpe in der Pflichtmitteilung für die Börsen. "Zwischenzeitlich mussten aufgrund der Einschränkungen durch Covid-19 nahezu alle weltweit mehr als 230 Restaurants schließen." In Deutschland seien seit Donnerstagabend bundesweit alle 55 von Vapiano betriebenen Restaurants auf unbestimmte Zeit geschlossen. Während fast keine Umsätze mehr generiert würden, fielen Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter an.

Vapiano kündigte an, "kurzfristig" Anträge unter den von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogrammen im Rahmen der Covid-19-Krise zu stellen. Nur wenn rechtzeitig und in ausreichendem Maße staatliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt würden, könne eine bereits entwickelte Finanzierungslösung mit den wesentlichen Aktionären und den finanzierenden Banken abgeschlossen werden. "Andernfalls wird Vapiano unverzüglich Insolvenzantrag für die Vapiano SE und, falls erforderlich, für wesentliche Tochtergesellschaften stellen."

Das Unternehmen wies darauf hin, dass die von der Regierung in Aussicht gestellte "KfW-Corona-Hilfe" zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen "zum jetzigen Zeitpunkt offenbar nicht verfügbar" sei, da eine Antragstellung über die dafür zuständigen Hausbanken derzeit noch nicht möglich sei. "Aufgrund der dynamischen Entwicklung von Covid-19 und den daraus resultierenden drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und den damit verbundenen massiven wirtschaftlichen Folgen sind insbesondere Unternehmen im Hotel- und Gaststättengewerbe bereits heute in ihrer Existenz bedroht, wenn hier keine rasche Lösung gefunden wird."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, die Coronakrise habe Vapiano in die Insolvenz getrieben. Das war irreführend. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben zwar zahlungsunfähig, hat aber noch keinen Insolvenzantrag gestellt. Wir haben die Stelle korrigiert.

mik/dpa-AFX
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