Vattenfall Schweden billigt Verkauf von Braunkohlesparte an tschechische Firma

Vattenfall darf seine Braunkohlekraftwerke und den Tagebau an den tschechischen Konzern EPH verkaufen. Das hat die schwedische Regierung beschlossen. Umweltschützer kritisieren das Geschäft scharf.
Vattenfall-Braunkohlekraftwerk in Brandenburg

Vattenfall-Braunkohlekraftwerk in Brandenburg

Foto: Georg Ismar/ picture alliance / dpa

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall darf sein deutsches Braunkohlegeschäft an die tschechische EPH-Gruppe verkaufen. Die schwedische Regierung hat den Plänen Vattenfalls nun zugestimmt. Sie ist Eigentümerin des Energiekonzerns.

"Ich habe das Unternehmen informiert, dass wir der Abmachung der Geschäftsleitung zustimmen", sagte Wirtschaftsminister Mikael Damberg Reportern. Der Verfall des Strompreises in Deutschland habe Vattenfall und anderen Unternehmen heftig zugesetzt, so Damberg. In den Regierungen in Brandenburg und Sachsen stieß der Entschluss auf Freude - bei Greenpeace hingegen auf scharfe Kritik.

Der Verkauf der Braunkohleaktivitäten in der Lausitz an EPH und seinen Finanzpartner PPF Investments soll zum 31. August vollzogen werden, teilte Vattenfall mit. Demnach soll EPH sowohl Vermögenswerte in Höhe von 15 Milliarden Kronen (1,6 Milliarden Euro) übernehmen als auch Schulden und Rückstellungen zur Regenerierung von Braunkohlegebieten in Höhe von 18 Milliarden Kronen (1,9 Milliarden Euro).

Der Verkauf betrifft Kohlekraftwerke und Bergwerke in Brandenburg und Sachsen. Vattenfall gehören die drei Kohlekraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie die dazugehörigen Braunkohle-Tagebaubetriebe in der Lausitz. Zu EPH gehören in Deutschland bereits das Bergbauunternehmen Mibrag mit Sitz in Zeitz (Sachsen-Anhalt) sowie dessen Tochtergesellschaft Helmstedter Revier GmbH (HSR) mit dem Kraftwerk Buschhaus.

Greenpeace verlangt Ausstieg aus Kohle

In der Lausitz arbeiten rund 8000 Menschen für den Konzern. EPH hatte zugesichert, den Vattenfall-Tarifvertrag zu übernehmen; bis Ende 2020 soll es keine betriebsbedingten Entlassungen geben.

"Das ist eine gute Nachricht aus Stockholm", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Nun sei die Unsicherheit vorbei. "Vom neuen Eigentümer erwarte ich, dass er sich seiner Verantwortung in der Lausitz genauso stellt wie Vattenfall."

Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigte sich erfreut. Die Zustimmung der schwedischen Regierung gebe der Region Sicherheit. "Wir werden dafür Sorge tragen, dass dem Unternehmen ein reibungsloser Betriebsübergang gelingt, auch damit der Käufer seinen übernommenen Verpflichtungen nachkommen kann." Sachsen stehe der EPH jederzeit für Gespräche zur Verfügung.

Die Umweltorganisation Greenpeace verlangte hingegen von der Bundesregierung, den Verkauf zu stoppen und die Braunkohlensparte von Vattenfall in eine staatliche Stiftung zu überführen. Seit der Weltklimakonferenz in Paris sei klar, dass es keine neuen Tagebaue mehr geben dürfe. "Bis allerspätestens 2030 muss Deutschland aus der Kohle aussteigen. Beides wird sich mit EPH als Investor nicht umsetzen lassen", sagte Greenpeace-Sprecher Karsten Smid.

fdi/Reuters
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