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Zoff bei Bierkonzern Veltins-Sohn will Millionenerbe einklagen

Der Veltins-Brauerei droht ein hässlicher Erbstreit. Der aus dem Familienunternehmen ausgeschlossene Sohn Carl-Clemens hat seine Schwestern beim Landgericht Arnsberg verklagt.
Produktion in der Veltins-Brauerei in Meschede (Archivbild)

Produktion in der Veltins-Brauerei in Meschede (Archivbild)

Foto: Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Carl-Clemens Veltins, Sohn der langjährigen Chefin der Veltins-Brauerei, hat beim Landgericht im nordrhein-westfälischen Arnsberg Klage eingereicht. Der 61-Jährige will laut einem Bericht  des »Handelsblatt« dagegen vorgehen, dass er im Gegensatz zu seinen beiden Schwestern von seiner Mutter Rosemarie faktisch enterbt worden sei.

Eigentlich hätte ihm ein Drittel der Firmenanteile zugestanden, sagte  der 61-Jährige der Illustrierten »Bunte«. Doch durch eine notarielle Unterschrift an seinem 18. Geburtstag sei er letztlich leer ausgegangen. »Ich verzichtete auf sämtliche Ansprüche«, sagte Veltins.

Seine Mutter hätte ihm damals gesagt, es handle sich um eine »Formalität«, erzählte Veltins dem »Handelsblatt«. Er solle auf seine Ansprüche verzichten, damit die Brauerei im Erbfall nicht verkauft werden müsste, um die Erben auszuzahlen. Er habe seiner Mutter damals vertraut, sagte Veltins nun.

Das Millionenerbe wurde letztlich unter seinen beiden Schwestern Susanne und Frauke aufgeteilt. Er selbst habe im Laufe der Jahre nur vier bis fünf Millionen D-Mark bekommen. »Ich fühle mich hintergangen«, sagt Veltins. »Diese Summe entspricht nur einem Bruchteil des Wertes.« Versuche, den Familienstreit gütlich zu lösen, seien gescheitert. Nun zieht Veltins vor Gericht.

Gefängnisstrafe wegen Kokainhandels

»Es gibt keinen Zweifel, dass Herr Veltins übervorteilt wurde«, sagte sein Anwalt, Michael Falter von der Kanzlei Grant Thornton, dem »Handelsblatt«. »Selbst wenn man zu dem Ergebnis käme, dass das Testament wirksam wäre, steht Herrn Veltins der gesetzliche Pflichtteil am Familienvermögen zu.« Dieser läge immerhin bei einem Sechstel.

Sollte Veltins recht bekommen, würden seine Schwestern Susanne und Frauke ihm demnach wohl dreistellige Millionenwerte schulden. Beide Schwestern teilten auf Anfrage mit, dass sich »die Familie Veltins traditionell nicht zu privaten Fragen äußert«.

Carl-Clemens Veltins indes macht zusammen mit der Klage nun auch Familieninterna bekannt – oder zumindest seine Sicht davon. Ihm habe stets die mütterliche Zuneigung gefehlt, sagte er dem »Handelsblatt«. Seine Eltern hätten sich wegen Affären seines Vaters scheiden lassen. Mit zehn Jahren sei er in ein Internat gekommen. Seine Mutter habe er wegen ihres Erfolgs bewundert und wegen ihrer Unnahbarkeit gehasst.

Carl-Clemens Veltins wurde in seinem Leben mehrfach zu Bewährungsstrafen verurteilt. Mal ging es laut »Handelsblatt« um Konkursverschleppung, mal um Steuerhinterziehung. Im März 2005 musste Veltins wegen Kokainhandels und des Besitzes eines Schnellfeuergewehrs für zwei Jahre ins Gefängnis. Heute sei er arbeitslos und lebe in der Nähe von Berlin.

ssu