Pleitewarnung Verbraucherschützer gehen juristisch gegen Prokon vor

Neuer Ärger für Prokon: Der von der Pleite bedrohte Ökokonzern mache "in unangemessener Weise" Druck auf Anleger, kritisiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die Verbraucherschützer wollen vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erwirken.

Prokon-Filiale in Hannover: Streit über Schreiben an Anleger
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Prokon-Filiale in Hannover: Streit über Schreiben an Anleger


Hamburg - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) geht gerichtlich gegen den Windparkfinanzierer Prokon vor. Dem Unternehmen solle per einstweiliger Verfügung untersagt werden, auf Genussscheininhaber "in unangemessener Weise" Druck auszuüben, teilte der vzbv am Donnerstag in Berlin mit.

Die Verbraucherschützer beziehen sich auf ein Schreiben vom 10. Januar, in dem Prokon Besitzer von Genussrechten vor einer drohenden Pleite warnt, sollten sie ihre Anteile kündigen. Der Brief enthält zudem ein bereits vorformuliertes Antwortschreiben, in dem Anleger durch einfaches Ankreuzen einwilligen können, ihre Genussrechte beizubehalten oder ihre Anteile sogar zu erhöhen.

"Wir sehen in diesem Verhalten einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und lassen daher die Rechtmäßigkeit gerichtlich prüfen", erklärte Lars Gatschke, Referent im Team Finanzen beim vzbv. Es dürfe nicht unnötig mit der Angst der Verbraucher gespielt werden, die bei Prokon investiert haben. Auf sie werde durch die gesamte Aufmachung des Schreibens und die Gestaltung der Rückantwort in unzulässiger Weise Druck ausgeübt.

Das Unternehmen hat etwa 1,4 Milliarden Euro von rund 75.000 Kleinanlegern eingesammelt. Sie müssen nun um ihr Geld bangen. Laut Prokon haben Investoren mittlerweile Genussrechte im Wert von 216,11 Millionen Euro gekündigt.

Der vzbv forderte Prokon nach eigenen Angaben am Dienstag auf, sein Schreiben zu berichtigen. Außerdem sollte das Unternehmen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben. Weil es nicht reagiert habe, sei beim zuständigen Landgericht in Itzehoe nun eine einstweilige Verfügung beantragt worden, erklärte der vzbv.

cte/AFP



insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
Andreas J. 16.01.2014
1. Na ja, wer da Geld angelegt hat...
... ist an sich selber Schuld. Auch ich hatte die Anzeigen gesehen, aber mein Geld nicht angelegt wegen zu hoher Zinsen im Verhältnis zum Business. Nun warnt Prokon seine Anleger, dass sie Insolvenz anmelden müssen, wenn bestimmte Sachverhalte eintreten. Warum sollen sie das nicht dürfen? Wie soll nach den Verbraucherschützern denn eine solche - in meinen Augen dringend notwendige - Warnung den aussehen?
autogene 16.01.2014
2. Stampede
In dieser Gemengelage kann der Einsatz der Juristen nur als Startschuss zur Flucht - mit dem Ziel Totalverlust - verstanden werden.
proanima 16.01.2014
3. ?
Zitat von sysopDPANeuer Ärger für Prokon: Der von der Pleite bedrohte Ökokonzern mache "in unangemessener Weise" Druck auf Anleger, kritisiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die Verbraucherschützer wollen vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erwirken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verbraucherschuetzer-gehen-gerichtlich-gegen-prokon-vor-a-943918.html
Also die Vorwürfe dieser selbst ernannten Verbraucherschützer sind lächerlich und wie in vielen anderen Fällen unbegründet. Prokon stellt die Lage dar wie diese ist und dies ist legitim.
tomcat2313 16.01.2014
4.
Die Angst der Anleger ist wohl alles andere als unnötig. Also spielt man auch nicht mit ihr, wenn man bittet oder auffordert, zur Vermeidung einer Insolvenz die Anteile nicht zu kündigen. Effekthascherische Aktion der Verbraucherschützer ohne juristische Substanz.
euronote 16.01.2014
5. Sparbuch
legt euer Geld lieber auf das Sparbuch,da habt ihr zwar Verlust,aber es ist noch wenigstens was da.
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