Falschgeld statt Kredit Verdächtige im Fall Unister lockten weitere Opfer in die Falle

Die Männer, die Unister-Chef Wagner mit einem Millionenkredit nach Venedig lockten, haben mit dieser Masche nach SPIEGEL-Recherchen weitere Opfer um ihr Geld gebracht. Der Hauptverdächtige wird europaweit gesucht.

Altstadt von Ljubljana, Slowenien
DPA

Altstadt von Ljubljana, Slowenien

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Unister-Chef Thomas Wagner flog mit 1,5 Millionen Euro nach Venedig und hoffte auf einen Kredit für sein strauchelndes Unternehmen. Stattdessen bekam er einen Koffer voller Falschgeld und stürzte auf dem Rückflug tragisch in den Tod. Dieselben Männer, die Wagner nach Italien lockten, hatten laut SPIEGEL-Recherchen kurz zuvor noch mindestens zwei weitere Opfer mit derselben Masche um ihr Geld gebracht. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 35/2016
Noten sind nicht alles: Worauf es im Leben ankommt

Der Kontaktmann in Deutschland, Wilfried Schwätter, sitzt wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Betrug seit vier Wochen in Untersuchungshaft, nach dem angeblichen Diamantenhändler Levy Vass, dem mutmaßlichen Drahtzieher, wird europaweit mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Eine Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen verlor Mitte Juni bei einem Kreditgeschäft mit Levy Vass in Slowenien 100.000 Euro, weitere Geschäftspartner wurden um bis zu 350.000 Euro betrogen.

Schwätter war dabei, als der angebliche Israeli Vass den Kreditnehmern in einem Hotel in Ljubljana einen Koffer voller Falschgeld übergab - und dann verschwand. Nur zwei Wochen später fädelte Schwätter das betrügerische Kreditgeschäft zwischen Vass und Unister-Chef Thomas Wagner ein.

In allen drei Fällen war die Masche dieselbe: Über seinen Kontaktmann in Deutschland bot der angebliche israelische Diamantenhändler Vass Geschäftsleuten, die dringend einen Kredit brauchten, ein privates Darlehen an. Zehn Prozent der Darlehenssumme sollten die Unternehmer als Sicherheit mitbringen und im Austausch die erste Kredittranche bekommen - beides in bar, Euro gegen Schweizer Franken.

Die Geldübergabe fand auf Hotelparkplätzen in Italien und Slowenien statt. Die ahnungslosen Unternehmer bekamen nur einen Koffer mit Bündeln voller Falschgeld.

Lesen Sie am Samstag die ganze Geschichte über die wilde Jagd nach Levy Vass hier bei SPIEGEL Plus.

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