Bis zu 26 Prozent Deutlich mehr Lohn für Bodenpersonal an mehreren Flughäfen

Mit einzelnen Flughafen-Dienstleistern gebe es »sehr gute« Tarifergebnisse, heiß es von Ver.di. Verhandlungen mit anderen Unternehmen stehen derweil aus – bei Lufthansa geht es bereits in die dritte Runde.
Bodenpersonal am Flughafen in Friedrichshafen (Symbolbild): 6.000 Beschäftigte sollen laut Ver.di mehr Lohn erhalten

Bodenpersonal am Flughafen in Friedrichshafen (Symbolbild): 6.000 Beschäftigte sollen laut Ver.di mehr Lohn erhalten

Foto: Felix Kästle/ dpa

Bodenpersonal an mehreren Flughäfen soll bald mehr Geld bekommen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat sich mit Abfertigungsunternehmen auf »sehr gute« Tarifergebnisse geeinigt. Die insgesamt mehr als 6.000 Beschäftigten würden bis zu 26 Prozent mehr Lohn bekommen, teilte Ver.di mit.

Ganz ohne Streiks sei es in den vergangenen Wochen gelungen, Lohnerhöhungen etwa für die Beschäftigten des Passagierabfertigungsunternehmens Aviation Handling Services zu vereinbaren, teilte Ver.di nun mit. Die Firma arbeitet an den Flughäfen Düsseldorf, Hannover und Köln/Bonn. Die Beschäftigten erhalten laut Ver.di zwischen 17 und 26 Prozent mehr Lohn innerhalb der nächsten sechs Monate.

Beim Bodenverkehrsdienstleister Aviapartner in Düsseldorf und Hannover werden die Gehälter demnach ab Montag um 300 Euro erhöht. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main erhalten die Beschäftigten der Fraground rückwirkend ab 1. Juli bis zu 14 Prozent mehr sowie eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 700 Euro für die aktuelle Belastung im Luftverkehr. Lohnerhöhungen um bis zu 18 Prozent erzielte Ver.di zuletzt für das Personal der Stuttgart Ground Services und beim Düsseldorfer Abfertigungsunternehmen Acciona.

Stundenlöhne bei Dienstleistern höher als bei Lufthansa

»Aufgrund des Personalmangels und der hohen Belastungen gibt es bei vielen Arbeitgebern eine größere Bereitschaft zu deutlichen Einkommenssteigerungen. Das ist sehr erfreulich«, sagt Ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky einer Mitteilung zufolge.  »Umso erstaunlicher ist es, wenn ein Konzern wie die Lufthansa deutliche Steigerungen ablehnt, die Beschäftigten enttäuscht und seinen Passagieren Streiks in den Ferien zumutet.« Durch die jüngsten Abschlüsse liegen die künftigen Stundenlöhne Reschinsky zufolge über dem aktuellen Niveau bei der Lufthansa.

Mit der Lufthansa verhandelt die Gewerkschaft ab Mittwoch in der dritten Runde über mehr Geld für die rund 20.000 am Boden Beschäftigten. Druck gemacht hatte Ver.di vergangene Woche mit einem über 26-stündigen Streik des Bodenpersonals bei der Lufthansa. Die Fluggesellschaft musste mehr als tausend Flüge streichen, mehr als 130.000 Passagiere waren betroffen.

Für die rund 20.000 Beschäftigten der Lufthansa am Boden fordert Ver.di 9,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auch bei Pilotinnen und Piloten der Lufthansa könnte ein Streik bevorstehen: Bei einer Abstimmung sprach sich eine große Mehrheit der Stimmberechtigten dafür aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

ani/AFP
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