Ab Januar Ver.di droht mit neuen Streiks an Flughäfen

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Sicherheitsmitarbeiter an einigen deutschen Flughäfen aufgerufen, im Januar ihre Arbeit niederzulegen. Welche Städte genau betroffen sein könnten, ist noch nicht klar.

Streik der Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen Hamburg (Archivbild)
DPA

Streik der Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen Hamburg (Archivbild)


Die Gewerkschaft Ver.di hat mit bundesweiten Streiks der Sicherheitsmitarbeiter an Flughäfen gedroht. Im Januar werde an "vielen deutschen Flughäfen" außerhalb der Schulferien die Arbeit niedergelegt, sagte ein Sprecher in Berlin. Zuvor waren die Tarifverhandlungen für rund 23.000 Mitarbeiter der Luftsicherheit erneut gescheitert.

In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig große Störungen des Flugbetriebs verursacht. Ein Streikverbot läuft zum Jahresende aus. Ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher sagte: "Um die Streiks abzuwenden, sind wir jederzeit zu neuen Tarifverhandlungen bereit, wenn die Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt."

Arbeitgeber und Gewerkschaft warfen sich gegenseitig eine Verzögerungstaktik vor. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) habe sein Angebot von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Laufzeit erhöht, so Roscher. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer sollte erst nach fünf Jahren beendet sein. "Dieser Trippelschritt nach zweitägigen Verhandlungen bedeutet nichts anderes als die Aufforderung zum Streik durch die Arbeitgeber", sagte der Gewerkschaftler.

"Ver.di will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken", sagte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite. Seiner Darstellung zufolge hielt Ver.di an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro fest. Das würde in einzelnen Tarifgebieten Erhöhungen von bis zu 55 Prozent bedeuten. Die Arbeitgeber hätten zwischen 2 und 8,1 Prozent pro Jahr angeboten. Neben Ver.di verhandelt auch der Deutsche Beamtenbund/Komba parallel mit den Arbeitgebern.

kko/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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catcargerry 21.12.2018
1. Beispielhaftes Verantwortungsbewusstsein
Gerade gingen alarmierende aktuelle Sicherheitsrisiken auf Flugplätzen durch die Presse, die allerdings inzwischen wenig überzeugend abgewiegelt wurden. Da bietet es sich an, dass die Wereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ihre gesellschaftliche Verantwortung unter Beweis stellt, indem sie ausgerechnet das Sicherheitspersonal streiken lassen will. Es muss besonders festgestellt werden, dass das im juristischen Sinn keine Erpressung ist. Recht ist nicht immer logisch.
mazzmazz 25.12.2018
2. Aussperren!
Es wird Zeit für einen harten Arbeitskampf seitens der Arbeitgeber im Infrastrukturbereich. Wenn mal 3 Monate ausgesperrt wurde, wird der betroffene Bürger die Tarifparteien zwingen, sich vernünftig zu einigen und langfristig auf die schädlichen Streiks zu verzichten.
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