Mögliche Mehrkosten Bundesverkehrsministerium sieht Bahn in Verantwortung bei Stuttgart 21

Die Kosten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 sind inzwischen fast viermal so hoch wie einst geplant. Die Verantwortung sieht das Verkehrsministerium beim Konzern.
Baustelle des künftigen Stuttgarter Tiefbahnhofs

Baustelle des künftigen Stuttgarter Tiefbahnhofs

Foto:

Bernd Weißbrod / dpa

Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 soll nach SPIEGEL-Recherchen  erneut eine Milliarde Euro teurer werden – und dürfte schließlich 9,2 statt der ursprünglich geplanten 2,6 Milliarden Euro kosten, für den Umbau des Hauptbahnhofs in Stuttgart samt Anschluss im Bereich Fildern.

Die Verantwortung für Mehrkosten liegt aus Sicht des Bundesverkehrsministeriums bei der Deutschen Bahn. »Stuttgart 21 ist ein eigenwirtschaftliches Projekt der DB AG und keines des Bedarfsplans der Schienenwege des Bundes. Die Verantwortung liegt klar bei der Deutschen Bahn«, sagte Staatssekretär Michael Theurer (FDP) den »Stuttgarter Nachrichten «.

Zum Plan des Gäubahntunnels zwischen dem Flughafen Stuttgart und Böblingen sagte der FDP-Politiker, man brauche dafür so schnell wie möglich die Planfeststellung. Dazu sei er bereits mit der Bahn im Gespräch. »Aber auch Land, Stadt Stuttgart und Region sind in der Verantwortung, hier eine Lösung zu schaffen«, sagte Theurer.

Die Bahn möchte im Frühjahr mit einem Prüfbericht Klarheit über Mehrkosten von Stuttgart 21 schaffen. Über die Jahre hatte es für den Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs und die Verbindung nach Ulm mehrmals Kostensteigerungen gegeben.

Bahnmitarbeiter hatten auch vor Korruption bei Stuttgart 21 gewarnt. Hunderte Millionen Euro sollen Recherchen der »Financial Times« zufolge durch unnötige Kosten verursacht worden sein. Die Deutsche Bahn hatte demnach in einer Untersuchung kein Fehlverhalten erkennen können.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung auf Grundlage einer dpa-Meldung hieß es, die Bahn solle aus Sicht des Verkehrsministeriums die Mehrkosten tragen. Wer die Kosten trägt, bleibt in der Aussage des Staatssekretärs offen.

apr/dpa-AFX