Verlustreiche Quartale Daimler verschärft Milliarden-Sparprogramm

Nach Milliardenverlusten im ersten Halbjahr will Daimler-Chef Dieter Zetsche das laufende Sparprogramm offenbar weiter verschärfen. Ende des Monats werden die Zahlen für das dritte Quartal bekanntgegeben - die sollen endlich besser aussehen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Der Autokonzern soll weiter sparen
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Daimler-Chef Dieter Zetsche: Der Autokonzern soll weiter sparen


Düsseldorf/Stuttgart - Der Autobauer Daimler will angesichts der Milliardenverluste im ersten Halbjahr das laufende Sparprogramm offenbar noch verschärfen. Die angestrebten Einsparungen von vier Milliarden Euro würden deutlich überschritten, berichtet die "Wirtschaftswoche". Die Überschreitung liege im zweistelligen Prozentbereich, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche dem Magazin.

"Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt", wird Zetsche zitiert. Ein Unternehmen wie Daimler Chart zeigen habe trotz Sparprogramm "immens viel Potential", effizienter zu werden. "Es gibt praktisch keinen Prozess, den wir nicht noch deutlich effizienter machen könnten", betonte Zetsche.

Daimler hatte für das zweite Quartal einen Verlust von 1,06 Milliarden Euro ausgewiesen, nach 1,28 Milliarden Euro Minus im ersten Vierteljahr. Zetsche deutete an, dass es im dritten Quartal erneut besser aussehe. "Wir haben uns über die zurückliegenden zwei Quartale kräftig nach oben entwickelt", wurde er zitiert. "Und sie werden sehen: Das wird so weitergehen." Der Daimler-Konzern werde seine Ziele voll erreichen. Die Quartalszahlen werden am 27. Oktober veröffentlicht.

Der Konzern werde zudem bald über eine Kooperation mit einem anderen Hersteller zum Bau von kleinen Modellen entscheiden. Bei der Zusammenarbeit mit BMW werde dagegen nichts Spektakuläres angekündigt, sagte Zetsche. Es gebe eine Reihe von Komponenten, bei denen die Unternehmen zusammenarbeiten wollten. Große Teile wie Getriebe oder Motoren seien nicht darunter.

Zetsche rechnet nach eigenen Worten mit einer Steigerung des Absatzes von rund einer Million auf 1,5 Millionen Fahrzeuge bis 2015. Letztlich gehe es aber um Umsatz und Gewinn.

Bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes habe Daimler große Fortschritte gemacht. So habe Mercedes gegenüber BMW "gewaltig aufgeholt" und liege im ersten Halbjahr 2009 mit einer Emission von durchschnittlich rund 160 Gramm CO2 pro Kilometer fast gleichauf mit BMW, der 2008 auf einen Wert von 155 Gramm gekommen sei.

Zugleich kündigte Zetsche an, dass Mercedes den EU-Grenzwert von 135 Gramm im Jahr 2015 erreichen und deshalb keine Strafzahlungen leisten werde. "Wir werden die zukünftigen europäischen Grenzwerte für Emissionen voll erfüllen", sagte der Daimler-Chef.

Ende 2010 läuft sein Vertrag mit Daimler aus. Auf eine mögliche Vertragsverlängerung angesprochen sagte Zetsche laut "Wirtschaftswoche": "Mir macht mein Job Spaß und für einen anderen interessiere ich mich nicht."

ore/AP/dpa



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zaphod1965 14.09.2009
1.
Zitat von sysopJetzt beginnt wieder die Zeit der aufwändigen Präsentationen und vollmundigen Ankündigungen. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt präsentiert sich die von der Wirtschaftskrise gebeutelte Pkw-Industrie als ökologisch geläutert.Haben die Autohersteller hierfür die richtigen Konzepte?
Offenbar haben sie nicht die richtigen Konzepte. Und das liegt wieder einmal an unserem Wirtschatfssystem, dem die Hersteller gezwungenermaßen folgen. Es ist halt erheblich Gewinn bringender bereits abgeschriebene Anlagen für die Produktion alter Technologie zu nutzen, als neue Investitionen in neue Technologien vorzunehmen und Risiken einzugehen, sich gar einem Wettbewerb mit anderen Anbietern auf einem Feld zu stellen, in dem man selbst noch Neuling ist. Das wird sich erst ändern, wenn von außen (also aus dem Ausland) Druck auf die Verkaufszahlen ausgeübt wird. Wenn also "plötzlich" lauter gute und womöglich noch günstige ausländische Elektroautos auf den deutschen Markt kommen und die Benzinschlucker sich einfach nicht mehr verkaufen lassen. Das ist auch der Grund, warum deutsche Energiesparautos bisher immer zum Flop verkommen sind (Lupo 3L). Sie waren einfach viel zu teuer, weil die Technik der Massenproduktion den alten Modellen vorbehalten blieb. Und auch jetzt wieder plant kein Hersteller ganze Produktionsstraßen auf neue, Energie sparende Modelle oder gar Elektroautos umzustellen. Vielmehr werden einige "Leuchtturmprojekte" in geringer Stückzahl und zu horrenden Verkaufspreisen gebaut, damit man weiterhin behaupten kann, der Markt (also wir Käufer) wären für einen Umstieg noch nicht bereit. Wenn dann aus Indien, China, Japan, Russland oder gar Frankreich alltagstaugliche Elektromodelle auf den deutschen Markt drängen werden genau dieselben Hersteller, die sich zuvor Jahrelang geweigert haben ähnliches zu bauen, nach staatlicher Hilfe schreien und den deutschen Arbeitsmarkt dem Untergang geweiht darstellen, wenn sie keine Milliarden an Unterstützung bekommen. Wir schaffen es ja nicht einmal eine relativ milde Reduziereung des maximalen CO2-Ausstoßes für Neuwagen zu beschließen. Nicht einmal das! Die Fördergelder für die Entwicklung neuer Antriebstechnologien werden gleichwohl gerne kassiert, führen aber nicht zur Serienproduktion der "Forschungsergebnisse" - weil ja der Kunde nicht bereit ist, die gesamten möglichen Einsparungen (oder ein Vielfaches davon) komplett und vorab an den Autohersteller abzuführen in Form überhöhter Preise. Das wäre doch ein Punkt, an dem der Gesetzgeber mal eine Entwicklung steuern und sie wirklich befördern könnte. Solange aber die Lobbyisten der Autokonzerne die Berliner Politik bestimmen, wird genau das nicht passieren. Armes Deutschland.
Hubert Rudnick, 14.09.2009
2. Konzepte?
Zitat von sysopJetzt beginnt wieder die Zeit der aufwändigen Präsentationen und vollmundigen Ankündigungen. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt präsentiert sich die von der Wirtschaftskrise gebeutelte Pkw-Industrie als ökologisch geläutert.Haben die Autohersteller hierfür die richtigen Konzepte?
----------------------------------------------------- Warum sollten denn die Autokonzerne solche modernen Autokonzepte für die Zukunft haben, sie wurden ihre Autos immer noch so los und wenn sie auf der Halde stehen, so scheint es ihnen auch nicht zu interessieren. Bisher mußten die Autokonzerne immer zu etwas gezwungen werden und der Staat half ihnen großzügig mit Millarden, denn die Autolobbyisten sitzen doch in allen Bereichen der Gesellschaft und die Aussage, dass sehr viele Menschen in und mit der Autoindustrie ihr Einkommen verdienen ist ein Grund, dass die Politiker auch sehr großzügig mit den Steuergeldern herumwerfen. Mir kommt es vor, als bemühten sich nach wie vor die Konzerne noch nicht um ein der Zeit angepassten Wagen, es sind Nischenprodukte, die sie so aber slbst nie verkaufen wollen und können. Man verdient nach wie vor an den Luxusatos und Spritschleudern anscheinend zu viel Geld und warum sollte man sich dan davon trennen? Ich saqge es mal so, die Autokonzerne haben in den letzen Jahren, oder auch im letzten Jahrzehnt einfach nur die Zeit verschlafen, aber trotzdem sind ihre Autos immer im Preis gestiegen. Wenn man sich mal heute den Preis eines normalen Autos als ein Gebrauchsgegenstand mit dem Einkommen der Menschen vergleicht, dann kommt doch heraus, dass sich der Bürger mit einem normalen Einkommen gar kein Auto mehr leisten könnte, wie hoch ist denn heute schon jeder verschuldet, nur damit man seinen einfachen Lebensstandart noch halten kann? Und mit Umweltverträglichkeit hat das alles schon nichts mehr zu tun. Aber auch hierbei hilft ja nun der deutsche Staat und darauf freuen sich schon die Autokonzerne. Na dann mal weiter so, denn es wird sich auch nichts verändern. HR
robiflyer 14.09.2009
3. leisten könnte
genau so ist es nehmen wir mal das Gehalt eines Technikers , dies ist seit über 10 jahren faktisch nicht gestiegen . Und wie siehts bei den Autopreisen aus ein exemplarischer E35 kostete mal 3500DM mit guter Ausstattung ... und heute recihen keine 35000 Euro dafürd.h. der typische mitelständische Familienvater kann sich faktisch so ein Auto net leisten. Das läßt sich beleibig fortfahren Ein Audi A2 oder der Luop wurden sichelrich absichtlichderart preislich hochgejazzt ,daß nur ein Guru sich sowas leisten konnte. Diesen Fehler macht man schon wieder bei E-Cars . jetzt schnell diese lausige Abwracke rausgehaut und wenns drauf ankommt wirklich was zu bewegen ist nix mehr da ( ausser für Bankster natürlich ). ach ja nochwas ... es ist interesant ,daß zB KFZ TH . Maschbauabsolventen seit xx Jahren zu lesen bekommen , sie passen nicht zu den den xy-spezifischen Kriterien XY == Audi , BMW , DC ,Porsche, VW usw ...
spizz 14.09.2009
4.
So lange der Benzinpreis nicht dauerhaft deutlich über 1.5o bleibt und ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen Einzug erhält, wird sich an der Strategie der deutschen Autokonzerne und vor allem am Käuferverhalten wenig ändern.
Monsterpudel 14.09.2009
5. Hybrid ist doch Unsinn
Was für ein Unsinn immer nur nach einem Hybridantrieb zu rufen, als könne der die Welt und die Zukunft retten. Genau das Gegenteil muss her: Nicht immer kompliziertere und teurere Technik, sondern einfache, viel kleinere und sparsame Motoren in kleinen, leichten, bescheidenen Autos. Und Verbraucher müssen her, die 30 PS sexy finden und mit dem Auto nicht auf dicke Hose machen wollen müssen. Aber nein, wir wollen auf der Autobahn ja mindestens 150 fahren können und wehren uns mit allen Mitteln gegen ein Tempolimit. Genau das zeigt doch woran es hängt. Leute, kauft Fahrräder. Das wahre Statussymbol ist, aus eigener Kraft schnell vom Fleck zu kommen. Mobilitätshilfen brauchen wir noch früh genug.
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