Versicherer Griechen-Anleihen mindern Gewinn der Allianz

Die Geschäfte laufen eigentlich gut, dennoch plagen Europas größten Versicherer Sorgen: Die Allianz musste im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen. Grund sind griechische Staatsanleihen, die das Unternehmen um fast die Hälfte abgeschrieben hat.

Allianz-Gebäude in Berlin: Sieben Prozent weniger Gewinn
DDP

Allianz-Gebäude in Berlin: Sieben Prozent weniger Gewinn


Frankfurt am Main- Die Allianz hat im zweiten Quartal weniger Gewinn gemacht als von Experten erwartet. Das Nettoergebnis von Europas größtem Versicherer ging um sieben Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zurück, wie die Allianz am Freitag mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem klaren Anstieg gerechnet. Während sich der Münchener Konzern operativ vor allem im Geschäft mit Schaden- und Unfall-Versicherungen besser schlug als erwartet, drückten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen auf das Ergebnis.

"Dies sind sehr zufriedenstellende Ergebnisse", sagte Vorstandschef Michael Diekmann dennoch. Er bekräftigte das Ziel, in diesem Jahr einen operativen Gewinn von rund acht Milliarden Euro zu erreichen. Bei Börsianern kam das Zahlenwerk aber schlecht an: Im Frankfurter Frühhandel fiel die Allianz-Aktie Chart zeigen zeitweise um 4,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr.

Brutto schrieb die Allianz die bisher mit 1,3 Milliarden Euro in den Büchern stehenden Griechenland-Papiere um fast die Hälfte ab, wie ein Sprecher sagte. Das habe das Ergebnis netto mit 326 Millionen Euro belastet; die restlichen Einbußen müssen die Versicherten tragen. Der Konzern entschied sich dabei für eine radikale Wertberichtigung. Die Deutsche Bank etwa hatte nur die von den Wirtschaftsprüfern mindestens geforderten 21 Prozent abgeschrieben.

Zu Jahresbeginn litt die Branche unter einer Serie von Erdbeben und Überschwemmungen. Das habe für die Versicherten zu höheren Preisen geführt, die sich auch im Ergebnis niederschlügen, sagte Finanzchef Oliver Bäte.

cte/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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nataliadirks@gmail.com, 05.08.2011
1. Bin jetzt nicht so der Fachmann,
aber ich könnte mir vorstellen das dadurch auch die Gewinnausschüttung (Rendite) der Lebensversicherungsnehmer, Rentenversicherungsnehmer etc. schmaler ausfällt. Der Sparer und Steuerzahler ist irgendwie mehrfach gekniffen mit diesen ganzen Rettungsmaßnahmen. Und wenn ich mir vorstelle das evtl. ähnliches, nur eben in ganz anderer Dimension, durch die Liquiditätsprobleme Italiens und Spaniens noch verschärft auf uns zukommt, dann kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Vielleicht besser solche Sparverträge zu kündigen und die paar Piepen ausgeben solange man überhaupt noch irgendetwas für den Euro an realem Gegenwert bekommt. Im übrigen empfinde ich Jemanden der fürs Altenteil monatlich was beiseite legt nicht so als DEN Spekulanten. Die sparen doch mit ner Minimalverzinsung um im Alter n Hunderter mehr zu haben im Monat. Schade wenn deren Träume massenweise platzen, genau wie später die der Riestersparer.
weltbetrachter 05.08.2011
2. Steuerzahler doppelt belasten ... !
Erst verbrennen wir Milliarden an Steuergeldern um den Griechen mit ihrem Staatsbankrott wieder auf die Beine zu helfen. Nun mindern die Griechen-Anleihen bei den instituionellen Anlegern den Gewinn und mindern so die Steuerlasten. . Damit ist der Steuerzahler doppelt dabei. Das es dadurch zu Steuermindereinnahmen kommt, interessiert die in Brüssel aber in keinster Weise. Im Gegenteil, die schielen schon wieder auf die nächsten Steuermilliarden aus Deutschland.
Imhodepp 05.08.2011
3. Ich bin auch kein Experte...
"Bei Börsianern kam das Zahlenwerk aber schlecht an: Im Frankfurter Frühhandel fiel die Allianz-Aktie zeitweise um 4,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr." (SpOn-Artikel) Bei den anderen DAX-Unternehmen liegt der Verlust an der Börsen-Panik, hier jedoch sind es die schlechten Zahlen... Diese schlechten Zahlen wiederum gehen auf eine erhöhte (50-prozentige) Abschreibung zurück, obwohl meines Wissens bisher noch keine griechichen Papiere NICHT zurückgezahlt wurden. Ich dachte, ein nicht-realisierter Zusatzgewinn ist noch lange kein Verlust. Sind die Börsianer blöd, oder halten die uns dafür?
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