Verstaatlichte Großbank Lloyds Britische Bank holt sich Boni zurück

Die britische Großbank Lloyds kürzt ihren Managern rückwirkend die Bonuszahlungen für 2011. Weil die Banker ihren Kunden umstrittene Kreditausfallversicherungen verkauft hatten, müssen sie jetzt auf insgesamt rund zwei Millionen Pfund verzichten.

Zentrale der Lloyds Banking Group in Edinburgh: Bonuskürzungen bei Top-Managern
REUTERS

Zentrale der Lloyds Banking Group in Edinburgh: Bonuskürzungen bei Top-Managern


London - Die britische Großbank Lloyds Banking Group musste wegen umstrittener Verträge im vergangenen Jahr hohe Rückstellungen bilden, jetzt holt sie sich einen Teil des Geldes von ihren Führungskräften zurück. Das Institut kürzte 13 jetzigen und früheren Managern für dieses und auch für vergangenes Jahr die Bonuszahlungen um insgesamt rund zwei Millionen Pfund.

Als Grund gab die Bank, die seit der Finanzkrise zu mehr als 40 Prozent im Besitz des Staates ist, das Verhalten des Managements im Umgang mit Kreditausfallversicherungen an: Diese zusätzlichen Verträge waren Kreditnehmern nach Darstellung von Verbraucherschützern aufgedrängt worden, obwohl sie nicht unbedingt notwendig gewesen seien.

Lloyds erwarten dafür erhebliche Strafen und Entschädigungszahlungen - die Bank hatte deshalb Rückstellungen in Höhe von 3,2 Milliarden Pfund gebildet. Die tatsächlichen Auswirkungen könnten an diesem Freitag bekannt werden, wenn die Bank ihren Jahresbericht vorlegt.

Betroffen von den Bonus-Kürzungen sind unter anderem der frühere Vorstandsvorsitzende Eric Daniels, dem 580.000 Pfund von seinen ursprünglich vereinbarten 1,45 Millionen Pfund abgezogen würden, teilte Llyods mit. Vier weitere aktuelle und frühere Mitglieder des Verwaltungsrates müssen auf Boni in Höhe von bis zu 262.500 Pfund verzichten, hieß es.

nck/dpa/AFP/

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