Versuchter Neustart HSH Nordbank startet Abbaubank

In einer internen Abbaubank hat die angeschlagene HSH Nordbank begonnen, Fonds und Papiere zusammenfassen, die "nicht mehr zur künftigen Strategie" passen. Langfristig schließt die HSH die Trennung von dieser Restrukturierungs-Abteilung nicht aus.

In Schieflage: Die HSH Nordbank machte im Jahr 2008 fast 3 Milliarden Euro Verlust
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In Schieflage: Die HSH Nordbank machte im Jahr 2008 fast 3 Milliarden Euro Verlust


Hamburg - Von einer "Bad Bank" will die Unternehmensspitze zwar nicht sprechen, sondern nur von einer "Restrukturierungs Einheit". Doch die angeschlagene HSH Nordbank hat damit begonnen, alle Wertpapiere zusammenzufassen, die nicht zur langfristigen strategischen Ausrichtung der Bank passen.

Sie hat eine zur Sanierung notwendige Abbaubank gestartet. Auf diese Einheit mit etwa dem Kreditersatzgeschäft sowie ausländischen Immobilienfinanzierungen entfällt mit einer Bilanzsumme von 100 Milliarden Euro etwa die Hälfte des Geschäfts.

"Die 'Restructuring Unit' ist keine 'Bad Bank', denn ihr sind auch attraktive, profitable Geschäftsfelder zugeordnet, die nicht mehr zur künftigen Strategie der HSH Nordbank passen", teilte Vorstandsmitglied Martin van Gemmeren mit. Im verbleibenden Kerngeschäft konzentriert sich das Geldinstitut auf Finanzierungen von Schiffen, Flugzeugen sowie Solar- und Windanlagen.

Bei der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein ist von Januar bis September 2009 ein Verlust von 821 Millionen Euro aufgelaufen (Gesamtjahr 2008: 2,8 Milliarden Euro). Das Geldinstitut konnte in der weltweiten Finanzkrise nur mit Unterstützung der beiden Länder gerettet werden, die 13 Milliarden Euro bereitstellten. Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher rechnet für 2011 mit positiven Ergebnissen der Bank.

Wie sollen die Manager bezahlt werden?

HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper will an diesem Mittwoch ein neues Vorstandsvergütungsmodell vorstellen. Bislang galt eine Deckelung der Bezüge auf 500.000 Euro im Jahr. Der schleswig- holsteinische Landtag hatte beschlossen, neuen Managern eine "variable, am langfristigen Erfolg des Konzerns orientierte Zusatzvergütung" zu ermöglichen. Dabei geht es um die Frage, ob neue Manager, wenn sie zur krisengebeutelten HSH Nordbank wechseln, Boni ansparen können. Diese dürfen aber erst ausgezahlt werden, wenn die Bank über den Berg ist und dem Manager kein Missmanagement nachgewiesen werden kann.

Der Hamburger Senat traf dazu noch keine neue Entscheidung. Die Bürgerschaft hatte am 1. April 2009 die Deckelung auf eine halbe Million Euro beschlossen. Eine Bestätigung dieses Beschlusses wurde aber Anfang November vom Haushaltsausschuss abgelehnt.

otr/dpa/AFP



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Gebetsmühle 03.07.2009
1.
Zitat von sysopDer Bundestag macht den Weg frei für Bad Banks: Jetzt dürfen deutsche Finanzkonzerne faule Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern und damit ihre Bilanzen polieren. Sind Bad Banks eine gute Lösung?
es ist die schlechteste lösung, die allenfalls sicherstellt, dass der steuerzahler weiterhin der dumme ist und die dilettanten in den banken weiter so machen könenn. pleitebanken gehören aufgelöst, der rest verstaatlicht, damit endlich wsieder was funktioniert. alles andere ist ziemlicher mist.
AndyH 03.07.2009
2.
Zitat von sysopDer Bundestag macht den Weg frei für Bad Banks: Jetzt dürfen deutsche Finanzkonzerne faule Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern und damit ihre Bilanzen polieren. Sind Bad Banks eine gute Lösung?
Ich dachte die gibt es schon. Oder sind die maroden Landesbanken doch noch für andere Zwecke? Ach so, als Mittelständler würde ich gerne auch einiges in Bad-Companys auslagern, damit die Steuerzahler es mir bezahlen. Wo muss man Antrag stellen?
DieWeiseRose 03.07.2009
3. Eure Bereinigung ist überfällig!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,634145,00.html
Adran, 03.07.2009
4.
Zitat von sysopDer Bundestag macht den Weg frei für Bad Banks: Jetzt dürfen deutsche Finanzkonzerne faule Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern und damit ihre Bilanzen polieren. Sind Bad Banks eine gute Lösung?
Auch für die Organisationseinheiten innerhalb einer Bank, die sich mit der Verwertung der notleidenden Kredite befassen, wird teilweise im Sprachgebrauch von Bad Bank gesprochen. So lagerte die Dresdner Bank 2003 bis 2005 notleidende Kredite in die konzerneigene Tochtergesellschaft IRU (Institutional Restructuring Unit) aus, die in der Öffentlichkeit teilweise als Bad Bank bezeichnet wird. Auch die Gründung der Hypo Real Estate beim seinerzeitigen Verkauf der HypoVereinsbank an eine italienische Gruppe kann als Auslagerung risikoreicher Geschäfte, das heißt als Bildung einer Art "Bad Bank" zwecks Erhöhung des Verkaufswertes, interpretiert werden. (http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Bank)
bürger mr 03.07.2009
5. Fragezeichen.
Zitat von sysopDer Bundestag macht den Weg frei für Bad Banks: Jetzt dürfen deutsche Finanzkonzerne faule Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern und damit ihre Bilanzen polieren. Sind Bad Banks eine gute Lösung?
Das ist keine Lösung sondern der vorläufige Gipfel der Unverschämtheit. Hier wird etwas in die Wege geleitet wovon man in späteren Zeiten sagen wird,:" hätte man nur den Anfängen gewehrt". Hier wird massiv betrogen und gelogen , die Zeche zahle ich. Nur mal ganz ehrlich, wie lange glauben Sie lasse ich mir das noch gefallen. (!)
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