Vertragsverlängerung bis 2019 Daimler-Chef Zetsche bekommt noch drei Jahre

Noch gibt es keinen Grund, über einen Stabwechsel an der Daimler-Spitze nachzudenken. Doch weil die Spekulationen ins Kraut zu schießen drohten, setzte Aufsichtsratschef Bischoff ein Signal: Nachfolger von Zetsche wird - Zetsche.
Daimler-Chef Zetsche: Produktvielfalt soll weiter wachsen

Daimler-Chef Zetsche: Produktvielfalt soll weiter wachsen

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Daimler-Chef Dieter Zetsche soll bis zum Ende des Jahrzehnts an der Spitze des Autobauers bleiben. Aufsichtsratschef Manfred Bischoff erstickte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin aufkommende Spekulationen über die Zukunft des 61-Jährigen nach dem Ende seines Vertrages im Dezember 2016 im Keim. Der Aufsichtsrat habe die Absicht, Zetsche für drei weitere Jahre zu bestellen, kündigte Bischoff an. Der bisherige Vorstandschef kann damit weiter um das von ihm selbst gesetzte Ziel kämpfen, bis 2020 die Rivalen BMW und Audi   abzuhängen und wieder der größte Premiumhersteller der Welt zu werden.

Erste Erfolge auf dem Weg dorthin hat der Manager, der den Konzern seit 2006 führt, schon vorzuweisen. Mercedes konnte den Absatz im vergangenen Jahr mit einem Plus von zwölf Prozent stärker steigern als die Konkurrenten. Und auch bei der Rendite verkürzten die Schwaben den Rückstand mit einem Anstieg auf acht Prozent auf anderthalb Prozentpunkte.

Anzeichen von Schwäche sind auch zu Beginn des neuen Jahres nicht zu erkennen. Dank zahlreicher neuer Modelle erhöhte sich der Absatz in den ersten beiden Monaten um 14,5 Prozent zum Vorjahr auf knapp 263.000 Fahrzeuge. Daimler kurbelt den Absatz mit einer Vielzahl neuer Modelle vom kleinen Geländewagen GLA bis zur Nobellimousine Mercedes-Maybach an. "Unsere Wachstumsstrategie trägt Früchte", sagte Zetsche. Analysten bezweifeln allerdings, dass Daimler   den 2005 an BMW   verlorenen Thron zurückerobern kann, denn die Konkurrenten haben ebenfalls einige neue Modelle in der Pipeline.

Weiteres Wachstum versprochen

Zetsche bekräftigte in seiner Rede vor den Aktionären die Jahresziele für 2015. Absatz, Umsatz und der operative Konzerngewinn sollen deutlich steigen. Konkreter: Das Ergebnis soll um mindestens zehn Prozent über dem des Vorjahres liegen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler den Umsatz um zehn Prozent auf knapp 130 Milliarden Euro gesteigert. Der Absatz erreichte mit 2,5 Millionen verkauften Autos, Transportern, Lastwagen und Bussen einen neuen Höchstwert.

Das rein operative Ergebnis kletterte um 27 Prozent auf eine neue Bestmarke von 10,1 Milliarden Euro. Die Modelloffensive geht bei Mercedes-Benz ins dritte Jahr. 2015 kommen acht neue oder überarbeitete Pkw auf den Markt, so werden fast alle Geländewagen erneuert. Inzwischen hat die Marke mit dem Stern rund 30 Grundmodelle. Die Produktvielfalt soll weiter wachsen. "Unser Portfolio wird immer komplexer", sagte Zetsche. "Deshalb muss unsere Produktion immer flexibler werden." Mit dem Betriebsrat werde deshalb darüber verhandelt, wie die Flexibilität und Effizienz in jedem einzelnen Werk erhöht werden könne.

mik/Reuters