Verurteilung in Mexiko Yahoo-Aktionäre fürchten Milliardenstrafe

Dem Interpionier Yahoo droht eine riesige Strafe. Ein mexikanisches Gericht verurteilte den US-Konzern zu einer Zahlung von 2,7 Milliarden Euro. Yahoo soll einen Vertrag mit einer Tochterfirma gebrochen haben. Der Aktienkurs des Unternehmens gab am Montag nach.

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale: Schwierige Zeiten für den Internetpionier
AP

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale: Schwierige Zeiten für den Internetpionier


Sunnyvale - Der Internetkonzern Yahoo ist in Mexiko zu einer Zahlung von 2,7 Milliarden Dollar verurteilt worden. Der knappen Konzernmitteilung zufolge geht es um einen Gelbe-Seiten-Service, bei dem die Firmen Worldwide Directories und Ideas Interactivas den Amerikanern und ihrer mexikanischen Tochtergesellschaft Vertragsbruch vorwerfen und Anspruch auf entgangene Gewinne erheben. Das Urteil wurde von einem Gericht in Mexiko-Stadt verhängt.

Es sei noch keine endgültige Entscheidung, und man werde entschieden dagegen ankämpfen, teilte der Internetpionier mit. "Yahoo ist der Überzeugung, dass die Vorwürfe der Kläger unbegründet sind."

Die Aktionäre machen sich offenbar trotzdem Sorgen. Während die meisten Börsenkurse in den USA nach Handelseröffnung am Montag kräftig zulegten, büßten die Papiere von Yahoo Chart zeigen zeitweise rund zwei Prozent ein.

Die 2,7 Milliarden Dollar wären eine gewaltige Belastung für Yahoo. Der Umsatz des Unternehmens liegt nur bei rund 1,2 Milliarden Dollar pro Quartal. Das ganze Unternehmen ist an der Börse etwa 22 Milliarden Dollar wert. Zuletzt hatte Yahoo dank dem Verkauf eines Anteils an der chinesischen Handelsplattform Alibaba immerhin 8,4 Milliarden Dollar eingenommen.

Die verhängte Zahlung sei wahrscheinlich höher als die gesamten bisherigen Erlöse mit Online-Werbung in Mexiko, sagte Branchenanalyst Brian Wieser der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Er halte es für unwahrscheinlich, dass die Summe bestehen bleibe.

Eine Milliardenzahlung wäre auch ein schwerer Rückschlag für die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die gerade versucht, das Geschäft des Internet-Urgesteins wieder in Schwung zu bringen. Yahoo kämpft schon seit Jahren gegen eine Schwäche bei Online-Werbung. Mehrere Chefs konnten das Problem nicht lösen. Die 37-jährige Mayer, die vom Konkurrenten Google wechselte undim Oktober ihr erstes Kind bekam, räumt derzeit mit Altlasten auf und stellte ein neues Management-Team zusammen, um die Werbeerlöse wieder zu steigern.

stk/dpa



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