Geplante Preiserhöhungen Bier wird teurer

Mehrere Großbrauereien wollen steigende Rohstoff- und Energiekosten an die Kunden weitergeben. Ein Verbandsvertreter spricht von der umfassendsten Preiserhöhung im deutschen Biermarkt seit Jahren. Der sommerliche Durst kann aber noch zu den alten Preisen gestillt werden.

Biertrinker in Berlin: Drei große Hersteller planen Preiserhöhungen
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Biertrinker in Berlin: Drei große Hersteller planen Preiserhöhungen


Frankfurt - Im Herbst wird in Deutschland das Bier teurer. Mit der Bitburger Braugruppe, Krombacher und der Radeberger Gruppe wollen drei große Hersteller die Abgabepreise an Handel und Gastronomie erhöhen. Die Brauereien begründen ihre Pläne mit erheblich gestiegenen Kosten bei Rohstoffen, Energie und Glas. Der Biermarkt werde sich im Herbst neu sortieren, berichtet die "Lebensmittel Zeitung" unter Berufung auf Experten. In welchem Umfang die Preiserhöhungen auch an die Endverbraucher weitergereicht werden, ist noch unklar.

Marktführer Radeberger Chart zeigen plant Anfang November eine Preiserhöhung für einen Großteil seines Sortiments. Die Preise würden im Mehrwegsortiment und bei Fassbieren angehoben, bestätigte eine Sprecherin. Ausgenommen seien die nationale Marke Schöfferhofer sowie einige Regionalmarken. Bei Clausthaler würden nur Teile des Sortiments im Preis angepasst.

Das Ausmaß der geplanten Preiserhöhungen bezifferte die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe nicht. Sie stellt Biere unter mehr als 40 Marken her. Das Einwegsortiment ist von den Preiserhöhungen nicht betroffen.

Die Bitburger Braugruppe wird zum 1. Oktober 2013 die Abgabepreise für ihre Marken erhöhen. Dazu gehören Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Licher und Wernesgrüner. Die Krombacher Brauerei hat bereits vor Monaten eine Preiserhöhung angekündigt, die Mitte Oktober wirksam werden soll. Ihre Abgabepreise sollen um fünf bis acht Prozent steigen.

Sonderangebote auf dem Vormarsch

"Scheinbar sind das die breit angelegtesten Preiserhöhungen im deutschen Biermarkt seit 2008", sagte der geschäftsführende Vorstand im Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Günther Guder. Allerdings seien die Preiserhöhungen vor fünf Jahren durch umfangreiche Aktionsangebote im Einzelhandel ausgeglichen worden.

Im Segment der national beworbenen Pilsmarken werden nach Angaben Guders vom Einzelhandel schon fast drei Viertel der Bierkästen in Sonderangeboten verkauft und das bei einem Durchschnittspreis von knapp unter zehn Euro. Verbraucher könnten damit Bier letztlich so billig kaufen wie vor 20 Jahren.

Bereits im ersten Halbjahr hatten einige Großbrauer die Preise heraufgesetzt. Bei Veltins stiegen sie im Januar 2013, der Braugigant Anheuser-Busch Inbev Chart zeigen hob bei der Marke Beck's zum 1. Februar und bei der Marke Hasseröder zum 1. März jeweils für Teile des Sortiments die Abgabepreise in Deutschland.

Guder verwies darauf, dass nicht nur Bierhersteller, sondern auch Getränkegroßhändler und Getränkemärkte starke Kostensteigerungen hätten. "Das spüren wir vor allem in den Bereichen Energie, Diesel, Löhne und Maut." Große Entlastungen seien nicht zu erwarten. Selbst wenn der Endverbraucherpreis bei einem Bierkasten mit 20 Halbliterflaschen um einen Euro steigen sollte, blieben nach Abzug des Brauereianteils und der Mehrwertsteuer voraussichtlich weniger als 20 Cent Zusatzeinnahmen für Einzelhandel und Getränkefachhändler.

dab/dpa-AFX



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