Britische Übernahme Vodafone bietet 10,7 Milliarden Euro für Kabel Deutschland

Es fehlt nur die Zustimmung der Aktionäre, dann wird Kabel Deutschland britisch: Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber hat ein Übernahmeangebot von Vodafone bekommen. Insgesamt will das Mobilfunkunternehmen knapp elf Milliarden Euro für den deutschen Konzern zahlen.
Konzernzentrale von Kabel Deutschland: 87 Euro je Aktie

Konzernzentrale von Kabel Deutschland: 87 Euro je Aktie

Foto: dapd

London/München - Vodafone hat im Rennen um Kabel Deutschland offenbar den entscheidenden Etappensieg erzielt. Der britische Mobilfunkanbieter bietet den Kabel-Deutschland-Aktionären 87 Euro je Anteil. Damit werde das Unternehmen inklusive der Schulden mit 10,7 Milliarden Euro bewertet, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit.

Die Führungsspitze des größten deutschen Kabelnetzbetreibers empfiehlt den Aktionären, dieses Gebot anzunehmen, teilte Vodafone mit. Vodafone und Kabel Deutschland haben eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, in der bestimmte Absichten festgehalten sind", ergänzte Vodafone. Offen ist, wie der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global reagiert. Dieser hatte zuletzt ebenfalls Interesse bekundet - dabei war von einem Preis von 85 Euro je Aktie zu hören.

Mit der Übernahme festigen die Briten ihren Status auf dem deutschen Markt. Schon jetzt ist Vodafone   mit rund 30 Prozent Marktanteil zweitgrößter Mobilfunkanbieter in Deutschland. Als Besitzer von Kabel Deutschland   wäre das Unternehmen auch schlagartig ein Schwergewicht im Festnetzgeschäft.

Kabel Deutschland versorgt in der Bundesrepublik 8,5 Millionen Kunden mit Fernseh-, Internet- und Telefonanschlüssen und ist an der Börse mehr als 5,6 Milliarden Euro wert.

yes/Reuters/dpa