Musterklage 420.000 Kunden gehen gegen VW vor

Verbraucherschützer wollen in einer Musterklage gerichtlich klären lassen, ob Volkswagen Dieselfahrer vorsätzlich geschädigt und betrogen hat. Hunderttausende Kunden haben sich inzwischen angeschlossen.
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Der Musterfeststellungsklage gegen den Volkswagen-Konzern wegen des Dieselskandals haben sich mittlerweile 420.000 VW-Kunden angeschlossen. Das sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, der "Rheinischen Post". Er berief sich dabei auf Angaben des Bundesamts für Justiz und äußerte sich überrascht über "die riesige Teilnahme".

Müller forderte den VW-Konzern auf, mit dem VZBV, der alle Mitkläger vertritt, zu verhandeln. "Wenn Volkswagen so klug wäre, auch mit uns in Vergleichsverhandlungen einzutreten, könnte die Sache schnell erledigt sein", sagte Müller. Andernfalls könne sich die gerichtliche Verhandlung über Jahre hinziehen. Das könne nicht im VW-Interesse sein.

"Es steht VW jederzeit frei, die geschädigten Kunden über ein gutes Vergleichsangebot anständig zu entschädigen und dem Spuk endlich ein Ende zu setzen", drängte der Verbandschef das Unternehmen zum Einlenken. Er verwies auf das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz, wo einem Kläger gegen VW vergangene Woche 26.000 Euro Schadensersatz zugesprochen worden seien. Dies spreche auch für die Erfolgsaussichten anderer Kläger.

Am 30. September geht es los

"Ich wünsche Volkswagen eine erfolgreiche Zukunft", sagte Müller weiter, aber dafür müsse der Konzern erst "für seine Sünden der Vergangenheit" bezahlen. "Das darf nicht bei den Verbrauchern hängen bleiben", betonte der Verbandspräsident.

Der Musterfeststellungsprozess gegen Volkswagen wegen des Dieselskandals soll am 30. September vor dem Oberlandesgericht Braunschweig beginnen. Dazu wurde eigens ein Saal der Stadthalle angemietet.

Der VZBV will zusammen mit dem ADAC vom Gericht feststellen lassen, dass Volkswagen mit der Abgasmanipulation Kunden vorsätzlich geschädigt und betrogen hat. VW sieht für Schadensersatzansprüche trotz der Manipulationen keine Grundlage.

abl/AFP
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