Schwache Rendite Volkswagen-Chef Winterkorn schwört Mitarbeiter auf Sparkurs ein

VW-Chef Winterkorn macht Druck. Er fordert eine zügige Umsetzung des milliardenschweren Sparpakets - und wirbt vor seinen Mitarbeitern für Kostendisziplin.
Neuwagen von VW in Wolfsburg: Optimierter Einkauf, einfachere Strukturen

Neuwagen von VW in Wolfsburg: Optimierter Einkauf, einfachere Strukturen

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Hamburg/Wolfsburg - Volkswagen macht Riesengewinne, dennoch will der Konzern Einsparungen in Milliardenhöhe bei der Hauptmarke des Unternehmens umsetzen. Der Konzernbetriebsrat warnte bereits vor Einschnitten zulasten der Beschäftigten. Ungeachtet dessen hat VW-Chef Martin Winterkorn nun rasche Sparerfolge angemahnt.

"Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Effizienz und mehr Ergebnis", sagte der Konzernchef in einer Rede vor mehr als 20.000 Mitarbeitern des Stammwerks in Wolfsburg. Winterkorn, der als Konzernchef auch die Marke VW führt, sagte, das von ihm angekündigte Sparpaket sei die Basis dafür, um den Autobauer fit für die Zukunft zu machen. "Wir müssen in den Jahren 2014, 15, 16 finanziell auf Zielkurs kommen", betonte er.

Winterkorn hatte vergangene Woche in einer Brandrede vor Führungskräften die Renditeschwäche der Kernmarke VW angeprangert. Sein Ziel ist es, von 2017 an jährlich fünf Milliarden Euro einzusparen. Neben Verbesserungsmöglichkeiten wie etwa einem weiter optimierten Einkauf sollen Strukturen in dem Konzern vereinfacht werden.

VW und Fiat dementieren Fusionsabsichten

Die VW-Kernmarke steht für rund die Hälfte des im Jahr 2013 fast 200 Milliarden Euro hohen Konzernumsatzes von Europas größtem Autobauer. Vor Zinsen und Steuern warf die Kernmarke im ersten Quartal 2014 keine zwei Prozent Rendite mehr ab. 2018 sollen es mindestens sechs Prozent sein.

Spekulationen über einen Zusammenschluss von VW mit dem italienischen Rivalen Fiat hat dessen Chef Sergio Marchionne unterdessen zurückgewiesen. Ein solches Vorhaben habe nie auf der Tagesordnung gestanden, sagte Marchionne. Auch ein VW-Sprecher sagte, Übernahmen stünden derzeit nicht auf der Agenda. Zuvor hatte bereits der Fiat-Großaktionär Exor Berichte über die Fusionsabsichten dementiert, denen zufolge der Wolfsburger Konzern mit den Eigentümern von Fiat Chrysler über einen Kauf des italienischen Konzerns oder Teilen davon verhandelt.

bos/dpa/Reuters
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